OmatagNur mal so zur Erinnerung: Am 13. Oktober ist (wieder) Oma-Tag in Deutschland. Oder auch am 14. Oktober. So ganz genau weiss man es nicht, weil wir da als Deutsche ein wenig hinterherhinken. International gesehen. Denn bei uns gibt es diesen Tag erst seit 2012, also gerade mal ein Jahr.

  • Andere Länder feiern dieses Ereignis schon länger:
    USA: Der Grandparents Day an jedem ersten Sonntag im September geht auf die Ära von Jimmy Carter und bereits das Jahr 1978 zurück. Aber nicht er initiierte diesen Tag, sondern eine engagierte Großmutter, die 43 Enkel und 15 Urenkel aufweisen konnte.
  • Frankreich: Hier wird der Tag seit 1987 gefeiert und zwar größer als der Muttertag. Man nahm den ersten Sonntag im März, einen Sonntag eben, damit wie in den USA kein Arbeitstag verloren gehe. Sind doch Frankreichs Großmütter zu über 50 Prozent unter 50 Jahre jung und noch in der Mehrheit berufstätig.
  • Italien: Der 2. Oktober ist hier der Großelterntag. Begangen wird er seit 2005. Die Nonna spielt hier eine große Rolle, ähnlich wie die Abuela in Spanien: um einen alten Baum sitzen die Alten des Dorfes im Schatten, Omis mit Strickzeug, andere, die den Enkel im Kinderwagen wie­gen. Hier braucht es keine Kinderbewahranstalten mit Massenessen für die Kinder der jüngeren Bewohner, die in der Stadt arbeiten.,
  • Polen: Hier ist der 21. Januar der Omatag und am folgenden Datum darauf, dem 22. Januar, der Feiertag für den Opa.
  • Schweden: Und dann ist da noch Filmemacherin Hanna Sköld, die den 21. August zum Welt-Granny-Tag machen will. (Quelle)

Sie heissen

Grossmütter heissen überall anders: Oma, Omi, La Nonna (Italien, Babuschka (Russland), Abuela (Spanien), Grand-Mère (Frankreich), grandmother, grandma (England oder Büyükanne (Türkei.

Was ihnen aber – weltweit – gemeinsam ist: Sie sind immer da. Zum Aufbewahren, Trösten, Bücher vorlesen, Taschengeld erhöhen, Tränen abwischen.

Oder einfach nur dasitzen und die Kleinen beobachten. Dabei geben sie ihnen das Gefühl der Geborgenheit, des Interesses, des „Zeit-habens-für-sie“. Sie reden beruhigend auf die Kids ein, hören geduldig zu, wenn die Kleinen ihnen ihre Welt dolmetschen. Und holen zum richtigen Zeit das Eis aus dem Kühlschrank. Oder sie erzählen von früher… Es gibt immer spannende Geschichten.

Oft beten sie auch für ihre Enkelkinder, weil sie um den bewahrenden Segen des Allmächtigen wissen.

Zwei

Die eine Oma wohnte bei uns im Haus, eine Etage weiter oben. Sie war am Morgen schon früh unterwegs. Goss im Sommer im Schrebergarten bereits vor der Hitze ihre Beete. Und ging am Friedhof vorbei…

In ihrer Küche hatte sie zwischen dem alten Kohleherd und dem Küchenschrank ihren Lieblingsplatz. dort las sie ihre Bibel oder sang gerne Lieder aus dem Gemeindeliederbuch. Wenn wir als Kinder bei ihr spielen durften, war das ein besonderes Ereignis. Sie hatte diese grosse, dicke Bibel mit den düsteren Holzschnittbildern. Wenn David da dem Goliat den Kopf abgeschlagen hatte und diesen hochhielt…
Da wir eine grosse Familie waren (sechs Kinder), genoss ich dann immer das Alleinsein mit ihr. Sie „erzog“ mich auch nicht, sondern war mit ihrer freundlichen Aufmerksamkeit einfach da. Es war – in der Erinnerung – ein „Wohlfühlbereich“, der mit mir ins Leben ging. Deswegen habe ich auch zeitlebens gerne mit alten Menschen zu tun gehabt, ihnen einen Bonus gegeben, auch wenn sie manche Geschichten zum x-ten Mal erzählten:-)

Die andere Oma wohnte ein paar Dörfer weiter. Sie waren Bauern und dort war das Leben bei Besuchen immer total interessant. Im Hof ein Hund mit Hundehütte, Schweine im Stall, Gänse liefen über den Hof. Nach dem traditionellen Schlachten gab es immer spezielle Würste und andere Fleischprodukte. Und wenn sie backte – hmm! Am liebsten hatte ich diesen dünnen, aber total leckeren Pflaumenkuchen. Später, als der Opa schon tot war und wir erwachsen, besuchten wir sie gerne in ihrem kleinen Haus auf dem Dorf. Ihr Interesse und Nachfragen, wie es uns als Familie so gehe, tat immer wohl. Was mich heute noch freut ist, dass sie kurz vor ihrem Tod noch zu Gott fand, obwohl sie ihn ein Leben lang abgelehnt hatte…

Dankeschön

Zurück zum Oma-Tag. Jeder hat wohl seine Erinnerungen an die Grossmutter. Und wenn Danke-Sagen sagen auch nicht an einen speziellen Tag geknüpft sein braucht, es wäre eine Möglichkeit, ganz bewusst diesen Tag zu nutzen, mal wieder anzurufen, einen netten Brief zu schreiben, Blumen zu überreichen, sie zum Essen einzuladen, alte Bilder herauszukramen und sie gemeinsam zu betrachten. Und, und, und…

Und wenn sie schon nicht mehr lebt? Dann kann es immer noch einen Moment des Innehaltens geben, um Gott dafür zu danken, dass man so eine liebevolle Grossmutter haben durfte, die einen zum teil mit fürs Leben geprägt hat.

 

Was mich interessieren würde: Welche Erinnerungen gibt es bei dir, bei Ihnen, an die Grossmutter?

 
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