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Kürzlich erhielt ich Post. Elektronisch natürlich, wie sich das für 2013 gehört.

Ein grosser Blumenversand und -zulieferer, bei dem ich schon öfters bestellt hatte, meldete sich mit einem Sonderangebot:

„Nur diese Woche im Angebot – der Baum des Lebens!

Und sie erklären weiter, warum ich den kaufen soll:
„Eine der faszinierendsten Pflanzen, die unsere Natur zu bieten hat, ist der Baum des Lebens. Der Name kommt ursprünglich aus dem tropischen Regenwald, wo dieser Baum alle elementaren Bedürfnisse des Menschen stillt, indem er ihn beispielsweise mit Nahrung und Flüssigkeit versorgt und ihm Schutz gewährt. In Ihrem Zuhause wird sich der Baum langsam zu einer wunderschönen Pflanze entwickeln. Dieses kostbare Geschenk wird Ihr Heim mit neuem Leben füllen. Pflegetipps: Der Kokosnussbaum bevorzugt einen halbschattigen Standort und muss regelmäßig gegossen werden.“

Das klang schon verlockend (zumal ich den Begriff „Baum des Lebens“ bereits aus der Bibel kenne). Diese Zusagen, dass Menschen durch diesen Baum mit Nahrung, Flüssigkeit und Schutz versorgt werden. Ein Versandtdienst befriedigt die Grundbedürfnisse des Menschen? Klasse Angebot!

Baum ist nicht gleich Baum

Aber dann fiel mir der Unterschied auf: Der Baum aus dem Internet könnte – wenn er denn lange genug wachsen würde – irgendwann einmal Schatten spenden. Und Kokosnüsse produzieren, deren Milch ich trinken könnte. Aber wie lange müsste ich darauf warten? Und wären dann auch genügend Früchte vorhanden, um meine Bedürfnisse zu stillen?

Als zu Beginn der Schöpfung im Garten, in dem Adam und Eva lebten, zwei Bäume standen (1. Mose 2,9), war nur für den einen ein Verbot ausgesprochen worden, den Baum der „Erkenntnis des Guten und des Bösen“. Wir kennen in etwa die Geschichte. Sie ging nicht gut aus…

Aber da war ja noch der andere Baum, der des Lebens, vor dem Gott dann die Menschen schützte, damit sie nicht ewig mit ihrer Schuld auf der Erde leben müssten. Cherubim verhinderten den Zugang für die ersten Menschen. Mit der Vertreibung aus dem Paradiesgarten fing die Sehnsucht des Menschen nach wirklichem Leben an…

Im Buch der Offenbarung taucht dieser geheimnisvolle Baum auch wieder auf, hat auch da verschiedene Spezifikationen und Auswirkungen:
  • Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens welcher in dem Paradies Gottes ist. (Off.2,7)
  • In der Mitte ihrer Straße und des Stromes, diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Nationen. (Off. 22,2)
  • Glückselig, die ihre Kleider waschen, damit sie ein Anrecht am Baum des Lebens haben und durch die Tore in die Stadt hineingehen! (Off. 22,14)
  • …und wenn jemand etwas von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist. (Off. 22,19)

Andere Hinweise

  • Ein Baum des Lebens ist sie (die Weisheit)  für alle, die sie ergreifen, und wer an ihr festhält, ist glücklich zu preisen. (Spr. 3,18)
  • Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und der Weise gewinnt Menschen für sich. (Spr. 11,30)
  • Hingezogene Hoffnung macht das Herz krank, aber ein eingetroffener Wunsch ist ein Baum des Lebens. (Spr. 13,12)
  • Gelassenheit der Zunge ist ein Baum des Lebens, aber Falschheit in ihr ist Zerbruch des Geistes. (Spr. 15,4)

Ohne ins Detail zu gehen (ich bin kein Theologe) spüre ich bei diesem geheimnisvollem Thema, dass Leben im wirklichen Sinn etwas ganz Grosses ist. Nicht nur ein bisschen Nahrung und Kleidung, Rentenversorgung oder Urlaubsreisen.
Es hat was mit der Beziehung zum Allmächtigen zu tun, der u.a. auch sagte: „Ich bin …das Leben…“ (Joh. 14,6)

Und dann entscheide ich mich gegen das Wochenangebot aus dem Internet, möchte aber die Angebote aus dem Himmel weiter „im Herzen bewegen“.

Foto: Wikipedia
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