krankenhaus

Vor kurzem: In unserem Firmengebetskreis wird von Stefanie* berichtet: Sie sei nach einer Untersuchung ganz plötzlich ins Krankenhaus eingeliefert worden – Verdacht auf Darmkrebs. Und tatsächlich wurde sie auch operiert und die Diagnose bestätigt.

Irgendwie liess mich der Gedanke nicht los, sie zu besuchen. Am nächsten Tag zum Blumenladen, ein paar fröhliche Tulpen ersteigert – und ab gings in das Spital einer Schweizer Kleinstadt. Als ich ins Krankenzimmer kam, war Stefanie dann doch überrascht, denn mit diesem Besuch hatte sie nicht gerechnet. Sie freute sich…

Neben ihr sass noch eine andere Frau, ihre Freundin Petra*. Ich wollte nicht stören – aber dann sassen wir doch in kleiner Rund am Bett. Und irgendwie war dann gleich eine schöne Offenheit im Austausch vorhanden.

Probleme

Als kurz darauf die Visite kam – sieben (!) Weisskittel – wichen wir auf den Flur aus. Dort erzählte mir Petra von ihrer langjährigen Ehe, die sie gerade im Begriff stand, aufzugeben. Weil es nicht mehr ginge. Und wie sie erst Sorge hatte, wie ihr grosser Sohn reagieren würde, der aber erstaunlicherweise Verständnis gezeigt hätte. Und beim Erzählen bot sie mir auch noch das „Du“ an, obwohl wir uns erst eine Viertelstunde kannten.

Später sassen wir alle drei unten in der Cafeteria – die Patientin war mit Tropfständer auch mitgekommen – und unterhielten uns über Trennungen, erste Ehen und die Erfahrungen mit Männern dabei, Kindererziehung und was da schon mal schiefgelaufen war. Und vieles mehr. Es war eine erstaunlich intensive, offene und direkte Unterhaltung. Ohne Smalltalk und Verdunklungstaktiken…

Zwischendurch fragte ich Stefanie einmal, ob ihre Freundin denn auch Glaubensinhalte „verkraften“ würde, worauf die Patientin antwortete: „Ich glaube, ihr tut dein Besuch gut.“

Noch beten?

Wieder im Zimmer, wollte ich meine Bekannte nicht überstrapazieren und wieder gehen. Gern hätte ich mit ihr noch gebetet, traute mich aber erst nicht, zu fragen. Aber dann doch…:-)

Während ich ihre Hand hielt, schnappte sie sich die ihrer Freundin – und so gab es es noch ein gemeinsames Einstehen vor Gott. Mit Bitten, die Kranke zu heilen und ihr beizustehen, aber auch die Freundin in ihrer schwierigen Lebensphase zu begleiten, den Ärzten und Schwestern Weisheit im Behandeln zu geben und Schutz fürs ganze Krankenhaus zu erwarten. Es waren ganz spezielle Minuten…

Auf der Heimfahrt kam mir der Gedanke, dass der Krankenbesuch vielleicht gar nicht in erster Linie für Stefanie nötig war, sondern (auch) für Petra. Gott organisiert ja manchmal solche Sachen…

Später meldete sich wohl auch die Bettnachbarin von Stefanie zu Wort. Sie meinte, dass sie den Frieden im Raum, einen guten Geist gespürt hätte. Und so kam es zwischen den beiden Patientinnen zu einem intensiven und ermutigenden Austausch über alle möglichen auch religiösen Fragen.

*Name geändert

P.S. Mir ist mal wieder das geschilderte Erlebnis eine Illustration für eine Bibelstelle geworden. In Epheser 2 Vers 10 heisst es:

„Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“

Oder wie es Paul Deitenbeck mal gesagt hat:

Menschen, die mit Jesus rechnen, kommen immer in vorbereitete Verhältnisse.

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