Es war schwierig geworden. Zwei Jahrzehnte Ehe standen auf der Kippe. Immer wieder neue Versuche. Immer wieder die Hoffnung, dass es besser würde.

Jetzt war die Entscheidung gefallen. Evelyne* braucht – für eine Weile – Abstand. Um zu sich selbst zu kommen. Um sich klar zu werden, wie es weitergehen würde. Um nicht neuen Verletzungen ausgesetzt zu sein.

Und tatsächlich fand sie, fast auf Anhieb, eine neue Wohnung. Passend für ihre Verhältnisse und Vorstellungen. Und zog ein.

Einige Tage später kam sie von der Arbeit „nach Hause“ – und fühlte sich so entsetzlich allein. Wieder ein Abend in der Wohnung. Ohne ihre Familie. Natürlich – sie hatte sich entschieden, und das war gut so. Aber dieses Gefühl der Einsamkeit war so schwer zu ertragen. Als sie die Treppe heraufkommt, stehen zwei Nachbarinnen auf „ihrem“ Treppenabsatz, grüssen sie freundlich. Das war eine gute Gelegenheit, sich auch gleich als „die Neue“ vorzustellen. Ein Wort ergab das andere…

Als sie danach die Wohnungstür aufschloss und in den Flur schlüpfte, war das Gefühl der Einsamkeit völlig verschwunden. Sie war erleichtert, ohne Ballast im Herzen. Alles war gut.

Gott hatte sich mal wieder als perfekter Arrangeur bewiesen…

*Name geändert…

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