Es gibt zwei Geschichten von „Sorgenbäumen“, die mir beide gut gefallen. Leider habe ich die ursprüngliche Quelle nicht herausbekommen, woher sie wirklich stammen. Ich drucke sie hier mal kommentarlos ab…

Sorgenbaum – die erste

Es stand einmal in einem Dorf ein uralter, starker Baum.

Eines Tages wurden alle Dorfbewohner eingeladen, ihre Sorgen, Probleme und Nöte gut verpackt an diesen Baum zu hängen. Die Bedingung allerdings war, dafür ein anderes Paket mitzunehmen.

Zu Hause wurden die fremden Pakete geöffnet und es machte sich Bestürzung breit, denn die Sorgen und Probleme der anderen schienen deutlich größer als die eigenen!

Und so liefen alle wieder zurück zum alten Baum, nahmen statt der fremden schnell wieder die eigenen Pakete an sich und gingen zufrieden nach Hause.

Sorgenbaum – die zweite

Der Schreiner, den ich zur Renovierung eines alten Bauernhauses engagiert hatte, beendete gerade seinen ersten, anstrengenden Arbeitstag bei mir. Durch eine Reifenpanne verlor er eine Stunde Arbeitszeit, seine Elektrosäge gab den Geist auf und nun wollte sein etwas in die Jahre gekommener Transporter nicht anspringen.

Während ich ihn nach Hause fuhr, saß er völlig versteinert und stumm neben mir.

Als wir bei ihm zuhause ankamen, lud er mich ein, seine Familie kennen zu lernen. Als wir auf den Hauseingang zugingen, blieb der Mann kurz vor einem kleinen Baum stehen und berührte die Zweigspitzen mit beiden Händen. Nachdem er die Haustür geöffnet hatte, geschah eine wundervolle Veränderung mit ihm. Sein gebräuntes Gesicht war mit einem großen Lächeln überzogen; er umarmte seine zwei Kinder und gab seiner Frau einen Kuss.

Danach begleitete er mich zu meinem Wagen. Wir gingen wieder an dem Baum vorbei und meine Neugierde übermannte mich. Ich fragte ihn, was er bei dem Baum gemacht hatte, bevor wir ins Haus gegangen sind. Er antwortete: „Oh, das ist mein Sorgenbaum. Ich kann zwar nicht immer verhindern, daß es bei meiner Arbeit Schwierigkeiten gibt, aber eines ist sicher: diese Probleme haben keinen Platz zuhause bei meiner Frau und den Kindern. Deshalb hänge ich meine Sorgen einfach jeden Abend bei meiner Heimkehr an den Baum. Am nächsten Tag hole ich sie dann wieder dort ab.“

„Das lustige dabei ist“ – und er lächelte – „wenn ich die Sorgen morgens abholen möchte, sind es lange nicht mehr so viele, wie ich abends zuvor dort aufgehängt habe“

Quelle unbekannt

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