Immer wieder bin ich fasziniert, wenn es Berichte darüber gibt, auf welche – oft unmögliche – Art Gott weltweit Menschen erreicht. Ich verfolge interessiert, wenn es wieder neue Nachrichten von Missionaren rund um den Globus oder auch vor der Haustüre gibt. Und immer wieder erstaunt mich, welche Methoden der Allmächtige anwendet, um menschen zu sich zu ziehen…

Wenn Muslime träumen

Es gibt immer wieder Berichte, dass Muslime auf der ganzen Welt durch den christlichen Glauben erreicht werden. Nein, oft nicht direkt durch Missionare, weil in solchen Ländern das Weitergeben der guten Botschaft oft nur unter Lebensgefahr möglich ist. Aber dann wählt Gott oft ein anderes Mittel: Träume und Visionen.

Hier gab es kürzlich einen Artikel darüber, wie im Iran (dem ehemaligen Persien), aber auch in Afghanistan und sogar bei Iranern in Deutschland es mehr und mehr Menschen gibt, denen Jesus im Traum erscheint. Mal als helle Lichtgestalt, mal sehen sie seine Gesichtszüge und sie wissen – das ist der Jesus der Bibel. Dieser Jesus gibt ihnen den Auftrag, bestimmte Pfarrer, Gemeinden oder Hauskreise aufzusuchen, wo sie das Evangelium hören. Und dann lassen sie sich oft taufen. Die Berichte sprechen von vielen Muslimen, die zu Gott finden.

Interessanterweise sind es oft Menschen mit einem hohen Bildungsstand. Warum ist das so? In ihrer bisherigen Religion hörten sie von Allah als einem fernen und strafenden Gott. Der Gott der Bibel aber ist ein liebender, an ihrem Schicksal interessiernder Vater. Das spricht sie an.

Gott lacht

Ironischerweise  – so sagt Thomas Schirrmacher – „könnte sich der Revolutionsführer Ajatollah Chomeini als einer der grössten christlichen Missionare unserer Zeit entpuppen. Denn viele ehemalige Muslime sprechen davon, dass es gerade der Fanatismus, die Exzesse, die Brutalität, die Grausamkeit und Primitivität des von ihm gestifteten islamischen Regimes waren, die unter der Elite dieses hochzivilisierten Volkes die Sehnsucht nach einer geistlichen Alternative schürten…“

Das ist göttliche Ironie pur.

Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet über sie. (Psalm 2,4)

Joseph

Es gibt auch viele andere Beispiele, wie verschlungen Gottes Regierungswege uns Menschen oft scheinen.

Da ist ein junger Mann, Lieblingssohn seines Vaters. Ein wenig verweichlicht, ein bisschen verwöhnt. Seine Brüder sind – natürlich – neidisch auf ihn, wollen ihn umbringen (was nicht wirklich nett ist…). Er wird verkauft, kommt in ein fremdes Land. Wird dort Diener im Haus Potiphars, dem Chef der Leibwache. Geniesst bald das Vertrauen seines Besitzers. Wird aber sexuell belästigt von der Frau seines Chefs. Bleibt standhaft, kommt aber trotzdem in den Knast. Erst Jahre später kommt er frei (das hat übrigens auch was mit Träumen zu tun, einfach mal in der Bibel nachlesen (1. Mose, 39; 40)) – und wird verantwortlicher Politiker in Ägypten, nur der Pharao ist noch über ihm. Und er wird zum Retter der damaligen Menschheit in der kommenden 7-jährigen grossen Hungersnot.

Später – bei einem speziellen Familientreff – erklärt er seinen Brüdern, die ihn ja verraten und verkauft hatten:

Ihr hattet Böses mit mir vor, aber Gott hat es zum Guten gewendet; denn er wollte auf diese Weise vielen Menschen das Leben retten. Das war sein Plan, und so ist es geschehen. (1.Mose 50,20)

So hat Gott immer wieder seine Methoden, zu seinem Ziel zu kommen.

874 Kilometer weg von der Familie

Noch ein Beispiel: Kurz nach der „Wende“ bekam ich die Anweisung von meiner Firma in Oranienburg, in einem Büro in Lörrach für ein Projekt mit einzuspringen, bei denen Leute fehlten. Damals waren unsere fünf Kinder alle im Teeniealter – und ich habe nicht verstanden, wieso Gott mich zum Arbeiten soweit weg (fast 900 Kilometer) von zu Hause schickt. War es überhaupt Gott? Oder mein Chef, der so wenig Fingerspitzengefühl für die familiäre Situation seines Mitarbeiters hatte?

Das Projekt ging dann länger als die geplanten zwei bis drei Monate. Und alle zwei Wochen fuhr ich die lange Strecke nach Hause. Für meine Frau waren diese Monate noch schwieriger, weil sie mit allen Entscheidungen mit den Kindern allein dasass… Eine ziemlich herausfordernde Zeit war das!

Aber: Als meine Oranienburger Firma in Konkurs ging, konnte ich kurzfristig in einer Heidelberger Firma unterkommen, denen auch das Büro in Lörrach, in dem ich arbeitete, gehörte. Und erst hinterher begriffen wir, dass Gott das alles schon vorher wusste, geplant und durchgeführt hat. Nur gut, dass er nicht auf unser Jammern gehört, sondern seinen Plan umgesetzt hat. Wir sind dann als Familie in den Süden gezogen und es sind inzwischen fast 20 Jahre, dass wir hier eine neue Heimat fanden.

Obwohl ich beruflich immer wieder neue Firmen kennlernen musste (durfte), hat mich das von Mal zu Mal in meinem Vertrauen gestärkt, dass ER sehr wohl weiss, was er tut.

Auch wenn Er dazu oft eigenartige Wege und Mittel benutzt.

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