Diese Meldung kürzlich, auf die mich ein Freund hinwies, fand ich interessant: Die Christus-Statue in Rio de Janeiro auf dem Zuckerhut erstrahlte mit energieeffizienter Lichttechnik von Osram in Grün. Dabei beleuchteten 300 hochmoderne und effiziente LED-Projektoren die Statue. Das Ganze fand im Rahmen der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung eben in Rio statt.

Die Christus-Statue wurde 80 Jahre alt – und die Firma Osram hatte sich zum Ziel gesetzt, den bisherigen Energieverbrauch beim nächtlichen Anstrahlen um über 70(!)% zu senken. Das bedeutete, dass sie hocheffiziente Beleuchtungsarten wählten, um den 40 Meter hohen Korpus zu erleuchten.

Angestrahlt

Ich finde es natürlich eine prima Idee, weitere Forschungen zu betreiben, um den hohen Energieverbrauch, den wir alle  an vielen Stellen mitverantworten, zu senken. Allein 20 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs geht für Beleuchtungen drauf! Da ist es echt sinnvoll, Alternativen zu entwickeln.

Beim Thema Angestrahltsein fällt mir aber auch noch eine ganz andere Geschichte ein – als der Gottesmann Mose immer wieder Schwierigkeiten hatte, das Volk Israel in den alten Zeiten zu leiten und zu führen. Ja, er musste sogar manchmal mit Gott diskutieren, dass dieser das widerspenstige Volk nicht wegrafft…

Woher nahm so ein alter Mann wie Mose – er war schon über 80 Jahre alt – die Kraft und Energie, seiner Führungsaufgabe gerecht zu werden? Die Antwort ist so einfach wie für uns heute schwer: Er hielt sich immer wieder und immer mehr in der Gegenwart Gottes auf. Einmal sogar 40 Tage auf dem Berg, als er die Gesetzestafeln empfing:

Es geschah aber, als Mose vom Berg Sinai herabstieg – und die beiden Tafeln des Zeugnisses waren in Moses Hand, als er vom Berg herabstieg -, da wusste Mose nicht, dass die Haut seines Gesichtes strahlend geworden war, als er mit ihm geredet hatte. (2. Mose 34, 29)

In diesen Tagen wurde er dermassen von der Herrlichkeit Gottes angestrahlt, durchtränkt, dass dieses Strahlen mit ihm den Berg herunter und mitten unters Volk mitging. Als „Strahlenschutz“ für die Israeliten musste Mose dann sogar eine Decke auf sein Gesicht legen, weil dieses Leuchten für Andere unerträglich war. Nur wenn Mose dann immer wieder in die Stiftshütte zum „Meeting mit Gott“ ging, konnte er diese Decke wieder herunternehmen. Und neu auftanken.

Wir kennen heute wenige solcher „Strahlemänner und -frauen“. Woran das wohl liegen mag??

Herausgestrahlt

Und doch, sie begegnen uns doch immer wieder mal, solche Männer und Frauen, deren Geheimnis nach aussen strahlt. Man merkt es an ihrer Ruhe, auch in hektischen Situationen. Man spürt die übernatürliche Liebe, die sie durchtränkt. Man fühlt sich zu ihnen hingezogen, ohne dass sie Sympatie durch eifriges Werben für sich selbst versuchen. Man erkennt ihre Gelassenheit trotz widriger persönlicher Umstände. Und ahnt mehr denn je, dass sie nur das herausstrahlen, was immens in ihnen ist, nämlich der dreieinige Gott:

  • Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt. (Röm. 8,11)
  • Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben. (Gal. 2,20)
  • Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen (Joh. 14,23)
  • Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh. 8,12)

Es gibt eine Wechselwirkung, wenn ich den drei Personen der Gottheit, die in mir als Christ Wohnung bezogen haben, genügend Raum und Gelegenheit gebe, zu wirken. Wenn Gott Licht ist und in mir „zeltet“, dann doch nicht, damit dieses Licht im Verborgenen scheint – sondern sein Umfeld erhellt. Menschen sollten sich total von Christen angezogen fühlen, weil sie spüren, dass diese mehr haben, als sie selbst.

Aber wieso es in meinem persönlichen Alltag als Christ auch nicht so häufig zu dieser Herausstrahlung kommt, könnte sicher auch damit zusammenhängen, dem Mose-Prinzip zu wenig Zeit zu schenken. Die Lösung ist sicherlich: Mehr Anstrahlen hat mehr Herausstrahlen zur Folge.

Oder wie siehst du das?

Foto: Reinhard Hinz/pixelio.de

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