Ich habe dieses Rettungsaktion damals verfolgt – und mich dann mit den 33 Bergleuten mitgefreut, als sie endlich wieder das Licht der Sonne erblickten.

Am 5. August 2010 gab es in der chilenischen Kupfer- und Goldmine San José einen Bergschlag und schloss die mehr als dreissig Bergleute in cirka 700 Meter Tiefe ein. Viele Tage waren sie von der Aussenwelt abgeschlossen. Keiner an der Erdoberfläche wusste, ob sie noch am Leben waren oder beim Unglück gestorben sind. Rettungsarbeiten liefen an, waren längere Zeit nicht vom Erfolg gekrönt. Bis dann eine Bohrung in ihren Rettungsraum durchkam…

Wunder

Einer der Bergleute, José Henríquez, schreibt später ein Buch darüber. Ich habe es gerade gelesen. Es packt einen. José schildert zuerst seine Kindheit, seine Prägungen. Besonders durch seinen Grossvater. der ihm auch den christlichen Glauben vermittelte und auch vorlebte. Weiter geht um seine Ausbildung und wie er dann beim Bergbau landete. In vielen Jahren bei verschiedenen Tätigkeiten und Minen erlebt der junge Mann, der inzwischen verheiratet ist und zwei Töchter hat, wie ihn einige Unglücke betreffen – er aber immer wieder gerettet wird. Das sind für ihn Wunder, die sein Gott ihn erleben lässt.

Das Unglück

Henríquez schildert den Tag des Unglücks, wie sie den Schutzraum in 700 Meter Tiefe aufsuchen. Die Ängste, das Sich-Finden der sonstigen Einzelgänger als Team, was nur gemeinsam überleben kann, die Einteilung der raren Lebensmittel. Und er selbst wächst fast selbstverständlich in die Rolle eines geistlichen Leiters hinein. Die Bergleute merken, wie tröstend der Glaube, das gemeinsame regelmässige Beten und Bibelworte, aus dem Gedächtnis zitiert, sein können. Und sie merken, dass der “34. Kumpel” – Jesus – bei ihnen ist. Sie erleben Ermutigungen und Heilungen.

Die Rettung

Im Buch wird berichtet, wie die Eingeschlossenen 17 Tage später Bohrgeräusche wahrnahmen, die aber an ihrem Schutzraum vorübergingen. Aber sie gaben die Hoffnung nicht auf. Und tatsächlich, eine Sondierungsbohrung erreicht sie dann doch. Erste Kontakte und Nachrichten werden ausgetauscht. Die Angehörigen informiert. Neue Anstrengungen von oben in die Wege geleitet. Und dann war es endlich soweit: 69 Tage nach dem Unglück, am 13.10.2010 werden die Kumpel in einer beispiellosen Aktion an die Erdoberfläche befördert. Alle haben es überlebt.

José Henríquez schildert, wie er wieder mit seiner Familie zusammenkommt – und vor allem Gott dankt. Das ist auch die Botschaft seiner Reisen und Vorträge, die er vielerorts halten kann. Gott tut auch heute noch Wunder.

Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor neben seiner geistlichen Sicht und Haltung, die bewundernswert ist, auch mehr Einzelheiten in der Zeit unter Tage geschildert hätte. Aber vielleicht hatte er Gründe dafür, nicht zu sehr ins Detail beim Zusammenleben unter schwierigen Bedingungen zu gehen…

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