Es ist oben auf dem Berg. Wir sind am Jahresanfang für ein paar Tage zu einem Seminar dort im Schwarzwald. Nach dem Mittagessen ist Freizeit, Gelegenheit, sich mal hinzulegen. Und/oder später in der Pilgergaststätte vorbeizuschauen. Lecker Kuchen, Kaffee…

Kurz vor 16:00 Uhr müssen wir die Gespräche abbrechen. Das Seminar geht weiter. Beim Bezahlen fragt mich dann die Bedienung

„Was macht ihr eigentlich auf eurem Seminar? Worum geht es da?“

„Wir haben ein Bibelseminar, tauschen uns aus über die Herrlichkeit Gottes und wie man sie erleben kann. Zum Beispiel hatten wir es heute von Mose, als er Gott sehen wollte, sich aber in einer Felsspalte verbergen…“

Ich unterbreche mich selber und frage:

„Kennen Sie die Geschichte?“

Sie schüttelt den Kopf und meint:

„Ich merke nur, dass Sie ein tiefgläubiger Mensch sind – und ich sehne mich auch nach einer Beziehung zu Gott. Möchte ihn auch erleben… Ich habe kürzlich erst ein Enkelkind verloren – zwei Tage alt. Und bin allein.“

Ich frage sie, ob sie noch kurz Zeit hat. Bitte sie, sich mit an meinen Tisch zu setzen. Und versuche in Kurzform und knapp ihr Mut zu machen, weiter zu suchen, denn Gott wartet auf sie und ihr wird sich finden lassen. Dass wir Menschen anklopfen, und ER uns öffnet. Und wenn wir bitten, Er fürs Bekommen sorgt.
Freundlich hört sie zu, will dann aufstehen. Dann frage ich sie doch noch:

„Haben Sie noch eine Minute?

Sie nickt.

„Darf ich fragen, wie Sie heißen?“

„Marie*“.

„Darf ich noch für Sie beten?“

Sie nickt wieder – und ich bringe ihren Namen vor Gott. Und ihre ganze Situation…

Beim Abschied geben wir uns erst die Hand – dann gibt es noch eine kräftige Umarmung. Und fort gehts zum Seminar…

Am nächsten Tag trinken wir wieder Kaffee und ich habe „zufällig“ in meinem Gepäck ein Buch mit Verheissungen Gottes in der Bibel gefunden, welches ich ihr noch gebe.

„Bittet, und es wird euch gegeben;
sucht, und ihr werdet finden;
klopft an, und es wird euch geöffnet.
Denn jeder, der bittet, empfängt,
und wer sucht, findet,
und wer anklopft, dem wird geöffnet.“

(Matt. 7,7-8)

P.S. Ich liebe solche Situationen, wenn Gott Gelegenheiten vorbereitet, dass zwei unbekannte Menschen sich treffen und ER dafür sorgt, dass eine Suchende Antworten oder zumindest Hinweise bekommt. Ob sie Gott findet – vielleicht werde ich es nie erfahren. Aber das würde auch nichts machen, hauptsache, Marie wird glücklich!

*Name geändert

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