So heisst der Titel des neusten Buches von Andreas Malessa.
Er stellte es anlässlich des „Kanderner Themenfrühstücks“ den Zuhörern vor. Meine Frau wollte es gerne haben, aber ich brachte sie irgendwie davon ab. Um es dann doch – mit Widmung – zu erstehen…Das Buch würde über einen Massai handeln, den Malessa kennen gelernt hatte.

Wer das Buch von Corinne Hofmann – „Die weisse Massai“ – kennt, hätte vielleicht eine ähnliche Thematik erwartet. Aber der Autor hat einen völlig anderen Erzählerstil. Witzig, genau beobachtend und beschreibend – und vor allem mit anderen Inhalten!

Ole Ronkei – für einen gescheiten Krieger- bzw. Viehhüterdienst zu klein und unsportlich – wird von seinem Onkel in einer Schule untergebracht, lernt schreiben und lesen. Und beisst sich durchs ungewohnte („weisse“) Leben. Später nutzt er die Chance zu Aufentlhalten in England und den USA. Nach einigen Jahren findet man den Mann aus der kenianischen Steppe als Professor in den Staaten und Berater der Weltbank wieder. Wie viele Stolpersteine es auf diesem Weg gab, welche Kämpfe und Niederlagen er durchmachte – das muss man selber lesen!

Das Ehepaar Malessa besucht den vierfachen Vater und stolzen Besitzer von 170 Kühen in seinem Heimatland und fährt die Stationen seiner Kindheit und Jugend ab. Dabei entstehen interessante Gespräche über Beschneidungen von Mädchen, Gemeindegestaltung in Afrika, Polygamie und Fragen einer modernen afrikanischen (und deutschen Malessa´s)) Ehe.

Für mich am beeindruckensten die Schilderung des Besuches des grössten Slums in Afrika (Kibera). Vom Verschliessen der Autotüren, „Häuser“ aus Verpackungskartons, fliegender Kottüten (es gibt keinerlei Toiletten im Slum!) und den vielen Minikirchen berichtet Malessa auf eine eindrückliche Art.

Am Ende merkt der Leser – also ich und vielleicht Sie bald auch – dass Afrika gar nicht so weit weg ist. Auch wenn es etwas ungewöhnlich ist, dass Ehepaar Malessa sich dort in Kenia eine Kuh zulegt…

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