Das erste Mal hörte ich von einem Freund von ihm. Er sei bei ihnen zur Einweihung ihres neuen Gemeindezentrums eingeladen worden. Und es sei Spitze gewesen, wie er Klavier gespielt und aus seinem Leben erzählt hätte.

Ein zweites Mal hörte ich von ihm, als ich mir seine neue CD bestellt hatte. Sowohl musikalisch als auch sängerisch ein Genuss.

Die Rede ist von Waldemar Grab, Jahrgang 1956 (fast gleichaltrig, das schafft schon Nähe:-)), von dem ich zuerst bekannte Lieder gut auf dem Piano variiert genoss – und mir dann sein Buch „Bin so gern auf Erden“ bestellte. Nun habe ich es ausgelesen und bin begeistert von der Vielzahl der Ereignisse, die Herr Grab in seinem bisherigen Dasein erleben durfte.

Traumschiff

Waldemar Grab ist wohl am meisten durch seine Karriere als ZDF-Traumschiffpianist bekannt geworden. Dort war er viele Jahre im Einsatz, lernte exotische Ecken der Welt kennen, diverse interessante Passagiere und Besatzungsmitglieder, aber auch berühmte Berufskollegen. In seinem Buch schildert er Begegnungen mit Peter Alexander, Paul Kuhn, André Rieu und vielen anderen. Und das Leben auf so einem Luxusliner…

Flugbegleiter

Vorher – und das nimmt den ersten grösseren Part im Buch ein – war er sieben Jahre lang in der Luftwaffe der Bundeswehr in der „Sektion Flugbegleiter“ (zum Schluss als Abteilungsleiter) unter Altkanzler Helmut Schmidt, Aussenminister Hans-Dietrich Genscher und anderen tätig. Er schildert Begegnungen mit den höchsten Staatsgästen aus aller Welt, so z.B. mit König Hussein I. von Jordanien oder auch von seiner außerplanmässigen Beförderung hoch oben in der Luft durch Franz Josef Strauss (damaliger Ministerpräsident von Bayern) zum Feldwebel der Luftwaffe. In diesen Jahren gab es immer wieder exotische Erlebnisse mit bekannten Politikern aus aller Welt – es lohnt sich, diese zu lesen!

Nochmal Traumschiff

Im Jahr 2000 fing Waldemar Grab in stillen Stunden an, immer wieder einmal die Gideon-Bibel zu lesen, die in vielen Hotelzimmern, so auch auf dem Traumschiff, ausgelegt waren. Und das Leben der ersten Christen faszinierte ihn immer mehr. Dann las er auch die Evangelien und über längere Zeit veränderte sich etwas in ihm. Bis an den Abend, als er sich einen ruhigen Platz auf Deck am Pool suchte, um dann sein Leben Jesus zu übergeben. Er wollte nicht mehr so weiterleben wie bisher…

Veränderungen

Und tatsächlich, durch diesen Schritt kam Neues in sein Leben und Denken hinein, hörte mit dem schillernden Job als umfeierter Partypianist auf und fing an, sein Ziel neu zu definieren. Dazu gehörte auch der besuch einer Bibelschule – und dann kamen schon erste Einladungen zu Konzerten, in denen er von seiner profesionellen Musikerlaufbahn profitieren konnte. Und „nebenbei“ auch aus seinem Leben erzählte. Er wurde „Musikevangelist“ und reiste weiterhin durch die Welt, aber unter einem anderen Vorzeichen.

Ich finde das Buch sehr interessant. Waldemar Grab schildert lebendig und interessant Episoden und Abschnitte aus seinem Leben. Und nimmt den Leser mit auf spannende Begegnungen mit hochgestellten Persönlichkeiten. Es lohnt sich, dieses Buch in die Hände zu nehmen!

Eine kritische Anmerkung habe ich bei aller Begeisterung aber doch noch: Das Buch wird als Autobiografie herausgegeben – aber dazu fehlen die Erlebnisse aus seiner Kindheit und Jugend. Im Vordergrund stehen die beiden Blöcke Flugbegleiter und Traumschiff und der Leser wünschte sich noch mehr Information über den jungen Herrn Grab, um das Bild abzurunden. Aber dazu sollte man vielleicht eines seiner weiteren Bücher lesen…:-)?

 

Tipps:

Website „Musikevangelist“

Missions- und Sozialwerk „Hoffnungsträger e.V.“

„Ocean-Onlineshop“ – Bücher und CD´s von W. Grab

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