Ich habe ihn Ostern zum ersten Mal gesehen. Es war ein tolles Seminar über die Herrlichkeit und Allmacht Gottes in Karlsruhe. Am Nachmittag sassen wir zusammen. Plauderten. Lernten uns kennen. Lachten. Aber tauschten auch ernsthafte Themen aus.

Später schrieb er mir noch eine Mail, wollte den Kontakt weiterführen. Aber immer „kam ich nicht dazu“, schob es hinaus. Vergass es auch mal wieder, zu antworten. Trotzdem blieb er in meinen Gedanken.

Vor drei Tagen erfuhr ich durch eine gute Bekannte, dass er einen Tumor hat. Jetzt musste ich mich bei ihm melden! Ich bat um seine Telefonnummer, denn über Krankheiten – da wollte ich nicht einfach nur per Email reagieren. Und dann redeten wir eine ganze Weile.

Israel

Eigentlich wollte er in den nächsten Tagen eine spezielle Reise nach Israel machen, in einer Kommunität ein paar Tage mit den Leuten leben, andere Christen treffen… Das musste er kurzfristig absagen. Als ich ihm von meiner Prostatadiagnose erzählte, war er auch betroffen. Und meinte: „Eigentlich wollte ich, dass du für mich betest, aber jetzt sind wir ja beide betroffen.“

Und er schlug vor, dass wir uns abendlich am Telefon zum Beten treffen. Kurz vor dem ersten Beten schickte er mit noch eine Email. Als Anhang ein Foto (siehe oben), das hatten die ihm aus Israel als Trost zugeschickt. Und er meinte, wir könnten uns ja beide in den beschützten kleinen Tauben wiederfinden. Er sei der linke, ich der rechte…

Solidarität der Betroffenen

Und dann nahmen wir uns am Abend echt die Zeit, zuerst Ermutigungen aus der Bibel auszutauschen, dann aber füreinander vor Gott einzustehen. Und für alles Mögliche und Unmögliche zu beten. Erklären musste man ja einander nicht viel: Wir sitzen im gleichen Boot. Und deshalb versteht man einander so gut. Und findet Worte, die gut tun. Ich nenne das schon länger die „Solidarität der Betroffenen“. Da versteht man sich manchmal sogar ohne Worte. Ist einfach füreinander da. Und liegt zusammen Gott in den Ohren…

Flügel und Schatten

Und weil mich dieses Bild mit den Flügeln, der Geborgenheit, dem Schutz schon seit Jahren anspricht, habe ich mal einige Verse aus der Bibel herausgesucht. Sie trösten uns.

Und vielleicht auch dich, falls du mal hier auf diese Seite kommst. Lass die Worte einfach auf dich wirken und spüre, wie der Allmächtige sich um dich sorgt, dir Bewahrung und Schutz zusagt. Bei Krankheit, Nöten oder welchen Problemen auch immer.

Ps 17,8 Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel.

Ps 36,8 Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!

Ps 57,2 Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe.

Ps 63,8 Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.

Ps 91,4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken, / und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild.

Jes 31,5 Und der HERR Zebaoth wird Jerusalem beschirmen, wie Vögel es tun mit ihren Flügeln, er wird schützen, erretten, schonen und befreien.

Mal 3,20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber.

Ps 91,1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der kann bei ihm, dem Allmächtigen Ruhe finden.

Ps 121,5 Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand.

Foto: mit freundlicher Genehmigung von M.H.

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