Der jährliche Check – Krebsvorsorge für Männer ab 50 – war wieder mal dran gewesen. Und weil er beim Abtasten meinte, eine Vergrößerung gespürt zu haben, spricht er jetzt mit mir über mögliche Ursachen. Und Behandlungsmethoden. Er versucht, kritische Ausdrücke aus dem Gespräch herauszuhalten, redet vielmehr von „wenn es was Ungutes wäre“.

PSA?

Und wir reden über den PSA-Wert, was auch immer das sein mag. Der läge über 4 – also müsse man abklären, woher das käme. Ich bin natürlich einverstanden, auch mit der Überweisung zu einem Urologen. Der dann genauer hinschauen würde… Auf dem Überweisungsschein stehen dann noch so Worte wie „kurativ“ und „kleine Induration“ – Begriffe, die nicht unbedingt zu meinem täglichen Wortschatz gehören. Aber wozu gibt es Wikipedia?

    • Induration – Verhärtung von Gewebe durch Vermehrung von Bindegewebe. Sie kann in Folge von chronischen Entzündungsreizen, z. B. bei Neurodermitis oder bei bösartigen Tumoren auftreten.
    • Kurativ – Das Wort Kurativ ist von dem lateinische Wort curare hergeleitet und bedeutet Heilen.
    • PSA – Das prostataspezifische Antigen ist ein Enzym, das mittlerweile zum wichtigsten Marker in der Urologie geworden und der empfindlichste Parameter in der Diagnostik des Prostatakarzinoms ist.

Wir werden sehen, was der Urologe dann sagt oder auch macht. Erst mal einen Termin besorgen…

Gebet ist immer gut

Einige Tage später dürfen wir in einem Seminar am Abend im Segnungsteam mitwirken. Kurz vorher treffen wir auf Sabine und ihre Freundin. Bei der Unterhaltung kommen kurz die PSA-Werte zur Sprache. Sabine schlägt vor, zu beten. Und weiss, dass diese Krankheit nicht schlimm ausgehen wird. Woher sie das weiss? Sie hat einen besonderen Draht zu Gott…

Morgens mit Jesus

Zwei Tage später: Ich sitze wie jeden Morgen am runden Tisch, will Zeit mit Jesus verbringen. Und lege ihm diese Grafik mit den PSA-Werten hin (ähnlich wie Hiskia damals diesen Brief, den er von den Feinden bekommen hatte und im Heiligtum vor Gott ausbreitete 2.Kön.19).

Darauf sehe ich, wie dieses Blatt zum Herrn in den Himmel schwebt, direkt an seiner Brust, an seinem Herz landet. Dann schickt er einige seiner Engel, die um ihn herum sind im Sturzflug herunter, um mich zu ihm zu bringen – und er legt mich auch an seine Brust, neben dem Brief. Beides nimmt er wichtig – die Nachricht und mich auch.

Dann frage ich ihn: „Muss ich sterben?“
Worauf er den Kopf schüttelt.

Eine Frage habe ich aber noch: „Tut es weh?“
Daraufhin er: „Ein bisschen“…

Auf dem Kalender von Joyce Meyer steht an diesem Tag: „Weißt du, was Gott heute von dir erwartet? Er möchte, dass du seine Liebe empfängt und annimmst.“

Das zusammen ist ein ganz besonderes Erlebnis! Und gibt Sicherheit, dass Jesus auch diese komischen Werte sieht und längst weiss, wie die Sache weitergehen wird.

Der Fachmann

Endlich – wir waren inzwischen im Urlaub – kommt der Termin beim Urologen heran. Auch er untersucht mich zuerst händisch, dann per Ultraschall. Er findet nicht wirklich eine Ursache, kann nur verschiedene Vermutungen mit mir durchgehen. Von Entzündungen bis Karzinom. Und schlägt vor, den Blutwert noch mal zu messen. Es könne immerhin sein, das es beim ersten Mal ein Messfehler gewesen sei. – Einige Tage später telefonieren wir. „Der Wert ist immer noch erhöht, wir sollten also den nächsten Schritt gehen.“ Dabei erzählt er mir auch, dass sich gerade Männer oft schwer tun, eine Entscheidung zu treffen. Sie würden lieber ein dreiviertel Jahr Tee trinken in der Hoffnung, die Werte werden wieder gut… „Nein“, meine ich, „ich komme aus der Technik – da möchte man konkrete Werte haben.“ Worauf wir den nächsten Termin für eine Biopsie vereinbaren.

Zusage

Kurz darauf haben wir einen besonderen Abend bei uns zu Hause, um auf Gott zu hören. Sabine, die eine besondere prophetische Gabe hat, gibt mir eine Zusage des Herrn weiter:

„Andreas, ich habe den Eindruck, dass diese Krankheitsgeschichte zur Verherrlichung von Jesus dienen wird. Dass es noch nicht 100% – zig durchstanden ist, aber dass Jesus Seine Hand um dich hält und dass dir nichts geschehen wird. Es wird dir nicht schaden, sondern es wird zur Verherrlichung von Ihm selber führen.
Und immer wieder wird Jesus das Vertrauen, das du in Ihn steckst belohnen, und zwar in kleinen Schritten. Und immer wieder wirst du merken, wenn du an Seiner Hand gehst, dass dir da wohl ist und deshalb auch die Einladung von Jesus – verbringe so viel Zeit wie nur möglich mit mir und ich werde dich lehren, mir zu vertrauen.“

Das gibt zusätzlichen Mut und Zuversicht, dass Gott alles im Griff hat!

Drei aus Vierzehn

Die Biopsie geht relativ problemlos vor sich. Per Ultraschall und einer Art Spritze werden an verschiedenen Stellen und Tiefen der Prostata gezielt Proben herausgestanzt, die später auf ihre Zusammensetzung pathologisch untersucht werden. Der Arzt erklärt mir noch, als ich auf seiner Pritsche liege, dass das Betäubungsmittel wie KO-Tropfen wirken würde, da war ich schon eingeschlafen…

Ein paar Tage später treffen wir uns erneut zur Auswertung. Und tatsächlich, drei von den 14 genommenen Proben enthalten „differenziertes Adenokarzinom“. Also doch!

Der Arzt ist echt gut! Er erklärt ziemlich emotionslos, aber professionell, wie die Lage ist und was man tun kann/sollte. Einige Möglichkeiten werden angesprochen, wie Bestrahlung, Hormontherapie, Chemo oder, was er vorschlagen würde, die vollständige Entfernung der Prostata. Er erklärt auch die verschiedenen Operationsmethoden und die weitere Behandlung. Er informiert wirklich gut.

Danach braucht man erst mal Zeit, um sich damit auseinanderzusetzen, zu reden, die Infobroschüren zu lesen…

Der nächste Schritt wird sein, abzuklären, ob irgendwo im Körper bereits Metastasen sind.

Aber es wird einfach eine Reise sein, die Schritt für Schritt vorangeht. Und Gott ist dabei. Und seine Zusagen. In der Bibel. Und auch direkt. Das hilft enorm!

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(2) Jesus und Entscheidungen

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