Die Geschichten der Propheten und Könige in der alten Zeit des Volkes Israel sind oft total spannend. Und tagesaktuell.

Zur Zeit lese ich von Elia. Wie er Klasse einstand für Gott. Ein Kämpfertyp. Wunder tat. Und ein spezieller „Feuer-Prophet“ war. Es lohnt sich, seine damaligen Erlebnisse nachzulesen. Dann gab es die Erschöpfungsdepression. Das ermattete Liegen unterm Ginsterstrauch. Die neue Begegnung mit Gott. Und dann sollte er Elisa als seinen Nachfolger zum Propheten salben. Was er auch tat.

15 Jahre später – nachdem er noch viele Aufgaben für Gott erledigen durfte – hob er ab, wurde mit feuriger Kutsche entrückt. Ein tolles Szenarium! Aber kurz vorher stellte er seinem designierten Nachfolger eine Frage:

Da nahm Elia seinen Mantel und wickelte ihn zusammen und schlug ins Wasser; das teilte sich nach beiden Seiten, sodass die beiden auf trockenem Boden hinübergingen. Und als sie hinüberkamen, sprach Elia zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde.
Elisa sprach: Dass mir zwei Anteile von deinem Geiste zufallen. Er sprach: Du hast Schweres erbeten. Doch wenn du mich sehen wirst, wie ich von dir genommen werde, so wird’s geschehen; wenn nicht, so wird’s nicht sein.
(2. Kön. 2,8-10)

Die Antwort von Elisa ist Klasse. Er hätte ja schön brav um Gesundheit und Bewahrung für sich beten können. Oder um ein gutes Versorgtsein, auch in wirtschaftlichen Dürrezeiten. Oder um eine interessante und nette Ehefrau. Oder dass er das Erbe Elias‘ gut verwalten möge.

Nichts von alldem wünscht er sich von seinem Vorgänger. Sondern diesselbe Art von geistlicher Spannkraft, die der alte Haudegen vor ihm so oft ausgelebt hatte. Diese besondere Beziehung Prophet/Gott – Gott/Prophet. Das Erleben des Wirkens des Heiligen Geistes in Alltagssituationen und Herausforderungen. Und wenn schon am Wünschen – dann wollte er das gleich im Doppelpack!

Unverschämt oder legal?

War das jetzt überrissen von ihm? Dieser Wunsch zu unverschämt? Oder hatte er in den vergangenen Jahren einfach miterlebt, wie gross Gott und seine Möglichkeiten sind und hätte gern so viel wie möglich Anteil am himmlischen Kraftpotential? Auf alle Fälle tadelt Elia den Jüngeren nicht, macht aber deutlich, dass die Wunscherfüllung nicht in seiner eigenen Macht stünde, sondern so etwas nur Gott vermitteln könne.

Elisa dagegen wusste schon damals um die erst später durch Jesus formulierte Wahrheit, dass freimütiges Beten auch Erfolg verspricht: „Bittet, so wird euch gegeben werden…“ – und Elisa erlebt dann tatsächlich in seinem Leben, dass er zum Beispiel im Vergleich zu Elia die doppelte Anzahl Wunder tun wird…

Auch heute?

Ein praktisches Beispiel von heute:
Per Facebook teilt ein Freund mit, dass er zurück von einer langen Reise sei. Wörtlich heisst es:

„Gestern Abend angekommen (800 km gefahren) und heute Auto wieder stehen geblieben (Gangschaltung)! Gott hat mein Gebet erhöht: Bitte lass uns bis nach Hause ankommen! … Ich hätte beten sollen, dass mein Auto nicht mehr kaputt geht!! Mann bin ich doof!“

Ich finde, dass die beiden Erlebnisse Klasse zueinander passen!

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