Es war beim Wandern auf dem „Eigertrail“. Im Reiseführer als kleinere Tour angekündigt, relativ geringe Strapazen seien zu erwarten. Allerdings hängt es davon ab, von wo aus man startet. Die meisten starten „von oben“, der Station Eigergletscher und laufen bergab.

Wir sind von Grindelwald bis zur Bahnstation Alpiglen aus gefahren. Von da an ging es dann gleich ziemlich steil durch den Nordabhang des Eigers bergauf. Anfänglich plauderten wir noch eifrig miteinander – war es doch ein zu schöner Tag vom Wetter her, aber eben auch von der grandiosen Landschaft. Aber nicht nur durch den Anblick der gewaltigen Eigernordwand – über die man schon so mancherlei Tragisches gehört hat – sondern auch durch den den Körper belastenden Anstieg wurde es immer ruhiger. Da ich selber nicht so oft in den Bergen unterwegs bin, meldete mir mein Körper dann mehr und mehr seine Grenzen.

Die Mitwanderer merkten die Belastungen auch, redeten wir doch immer weniger miteinander, weil jeder den Atem zum Hinaufsteigen brauchte… Je höher wir kamen, um so stiller wurden wir.

Irgendwie tauchte beim Nachdenken der Vergleich auf: Je näher wir im Leben unserem Gott kommen, desto stiller und ruhiger werden wir. Müssen wir werden. Werden es automatisch. Weil er uns beeindruckt, weil er so gewaltig ist. Anders. Erstaunlich. So – dass es uns unsere trivialen Worte aus dem Mund zerschlägt. Zum Staunen bringt. Oder zur Anbetung…

Um mehr von Gott zu erleben, muss ich mich auf die Wanderschaft begeben. Weg von meinem Alltag, heraus aus dem gewohnten Umfeld, um diesen neuen Blick auf ihn zu erhaschen. Begegnung zuzulassen. Und neue Gedanken.

Da fällt mir Elia ein, der Grosses für Gott vollbracht hat. Aber die wirkliche Begegnung der Beiden fand nicht im Kampf mit den anderen Götzen sondern auf einem Berg statt. Und Gott offenbarte sich weder im Erdbeben, noch im Feuer oder Gewitter. Sondern im leisen Säuseln eines sanften Windes…

Vielleicht ist es eben das, was uns, was mir not tut: Das Einlassen auf die sanfte Begegnungsart des Allmächtigen. Dazu muss ich mal meine gewohnten Aktivitäten herunterfahren, stille werden. Ruhig. Denn dann kann er (neu) zu mir reden…

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