Als junger Pastor predigte Bill Hybels über die Notwendigkeit, Raum im Leben für das Reden Gottes zu schaffen. Nach dem Gottesdienst kam ein Geschäftsmann wütend auf ihn zu und sagte: „In was für einer Welt leben Sie eigentlich? Ich habe keine Zeit den ganzen Tag hinzuhören, was Gott mir sagen will. Ich habe einen Job zu tun, eine Familie zu versorgen, ein Haus zu pflegen und all das.“

Bill antwortete: „Zeit ist keine Frage des Habens, sondern eine Frage des Nehmens. Sie nehmen sich auch die Zeit zum Essen, zum Schlafen, zum Duschen, zum Spielen. Wenn sie sich keine Zeit nehmen wollen, um Gottes Stimme zu hören, dann ist das ihre Entscheidung. Aber sagen sie nicht, sie hätten keine Zeit.“

Wochen später kam dieser Mann wieder auf Bill zu und lud ihn zu sich nach Hause zum Essen ein. Dort deutet er auf einen Sessel im Wohnzimmer. „Dort sitze ich nun jeden Morgen und höre, was Gott mir sagen will!“

Bill war verblüfft. Er hatte nicht damit gerechnet. dass der Mann irgendetwas aus dem Gespräch mit ihm aufgreifen würde. 

Es vergingen ein paar Monate. Dann stand wieder der Mann vor Bill und sagte: „Ich denke, ich werde meinen Job in der Werbung an den Nagel hängen und bei euch in der Gemeinde mitarbeiten.“ 

Bill schreckte zurück: Hey, seinen Job zu kündigen ist eine große Sache. Sowas macht man nicht einfach, besonders wenn mannFamilie hat! Woher hast du denn diese Idee?“

Der Mann lächtelte: „Hab ich auf meinem Sessel gehört.“ 

„Dann geh zurück zu deinem Sessel und frag lieber nochmal nach“, schickte Bill den Mann nach Hause.

Einige Wochen später fing dieser Mann bei Willow als Mitarbeiter an. Und er erwies sich als ein hervorragender Mitarbeiter.

Jahre später bat er Bill erneut um ein Gespräch. Er sagte, er würde Willow verlassen, um einem Freund zu helfen, in einem anderen Landesteil eine Gemeinde zu gründen.

„Woher hast du diese Idee“, wollte Bill wissen, obwohl er die Antwort schon kannte.

„Von meinem Sessel!“

Also zog dieser Mann weg.

Jahre später erreichte Bill ein Telefonanruf. Diesmal klang sein gegenüber etwas gedämpft. Er hatte vom Arzt eine schlechte Nachricht bekommen. Eine Blutkrankheit – er hatte nur noch wenige Monate zu leben.

Nach seiner Beerdigung sprach Bill mit der Witwe. Und er sprach über den Sessel, der im Leben dieses Mannes solche Auswirkungen gehabt hatte. Die Frau sagte: „Diesen Sessel werden wir als Familie niemals weggeben. Er wird ein lebendiges Zeichen für unser Kinder und weitere Generationen sein, wie wichtig es ist, regelmäßig Zeit zu finden, um auf Gott zu hören. 

Vor wenigen Tagen erzählte Bill Hybels diese Geschichte im Rahmen eines Meetings in Chicago. Dann schaute er in die Runde und fragte: „Wo steht dein Sessel?  Wo ist dein Zeitfenster, um regelmäßig zu hören, was Gott dir sagen will?“

 „Wo steht Dein Sessel?“  

Diese Geschichte hat mir ausnehmende gut gefallen – deswegen habe ich sie als Gastartikel hier mal eingestellt. Leider fand ich keinen Internetlink zum obigen Text. Er wurde geschrieben von Jörg Ahlbrecht in den WillowsNews 08/2010.

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