Präambel

Seit einiger Zeit bin ich für unsere Gemeinde das Verbindungsglied zur örtlichen Presse. Wenn es Veranstaltungen verschiedener Art gibt, versuche ich, jeweils einen Artikel dort zu lancieren. Dabei entwickelt sich auch die Beziehung zu den Redakteuren. Wenn diese Zeit und Muse haben…
Der Eine von ihnen hat zwischendurch beides. Outet sich aber als „bekehrungsresistenter Atheist“. Ich bin dann auch so frei, zu meinem Glauben zu stehen. Aus unserem Austausch ist inzwischen ein richtig guter Sport geworden, mit Humor und trotzdem Ernsthaftigkeit den jeweils Anderen etwas herauszufordern, aber gleichzeitig in seiner Überzeugung stehenzulassen. Zu akzeptieren. Ein wahrhaft seltene Symbiose – aber wir haben beide Freude am (meist Email-) Kontakt.

Nun wollte mein jüngster Sohn einen Sportevent in den Zeitungen lanciert haben, worauf ich ihm die Emailadressen der Redakteure gab – er solle doch den Kontakt selber knüpfen…

Die Anfrage

Und da er über unser „besonderes“ Verhältnis Bescheid weiss, schrieb er dem einen Redakteur auch eine besondere Begleitmail zum bevorstehenden Event. Hier mal ein Auszug:

„Wie Sie vielleicht an der Mailadresse erkennen, habe ich etwas mit dem Meißnergeschlecht zu tun und bestätige hiermit auch die Blutsverwandschaft zu meinem Vater Andreas Meißner, mit dem sie ja regelmässig Kontakt haben.

Natürlich schreibe ich Ihnen nicht nur, weil ich zeigen will, dass mein Vater Kinder hat, die E-Mails schreiben können, sondern weil am Wochenende ein Beachvolleyballturnier in Kandern stattfindet, … und fände es überragend, wenn Sie etwas diesbezüglich in ihrem Zeitungsrevier bringen könnten!

Die Antwort

Der erwähnte Redakteur antwortet post (äh, das heisst jetzt sicher internet-)wendend:

„Hallo Herr Meißner 2.0,
habe die Ehre! Bin ja ganz gerührt, dass es noch mehr Meißners gibt, wirklich! Ganz echt. Ihr Vater sprach bisweilen von seinen Sprösslingen (waren’s 4, waren’s 5 – oder mehr???), da wusste ich, dass es sowas wie Sie offenbar gibt 🙂

Sie brauchen die Blutsverwandtschaft zu Meißner 1.0 gar nicht zu bestätigen. Das merkt man schon am Schreibstil irgendwie.
Da ich sämtlichen mir bisher bekannten Meißners noch nie eine Bitte … abgeschlagen habe, werde ich Ihr Turnier natürlich in meinem Zeitungsrevier verbreiten…

Wenn der Vater zum 1.0 wird

Abgesehen vom schriftlichen Schlagabtausch (ich habe mich dann doch noch bei ihm gemeldet) fand ich die Mutation vom Vater zum „1.0“ noch passend für unsere Zeit. Im Internet ist es eh Sprachgebrauch, selbst moderne Kirchen werden mit „Kirche 2.0“ bezeichnet – und jede/r weiss, dass es da um moderne Frömmigkeitsstile geht.

Ich fand diese Idee des Redakteurs richtig witzig und kreativ. Und sicher ist sie noch ausbaufähig.

Leider ist Herr Meissner 3.0 erst zwei Jahre alt und kann in die Kommunikation noch nicht einsteigen. Interessant aber wäre dann, wie der besagte Redakteur dann mit den Generationen dann klar käme bzw. ob in seinem Kopf nicht ein Durcheinander begänne, welchen er von der Sippe denn jetzt vor sich habe…

P.S. Wenn Gott unser Schöpfer und Vater ist und jeder, der durch Wiedergeburt sein Kind wird, zu seiner Familie gehört, dann gibt es auch da „Gott 1.0“ – das ist ER, dann „Gott 2.0“ – das sind wir. Aber „Gott 3.0“ wird es niemals geben. Wieso? Gott hat nur Kinder, keine Enkelkinder…

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