Überall begegnest du ihnen. Zum Beispiel als Kind ist er oft einfach da: Entweder ist es dieser Mann deiner Mutter oder wenns gut geht, ist er dein wirkliches Gegenüber. Das dich versteht, ermahnt, mit dir Blödsinn macht, dir Taschengeld zusteckt oder mit dir bolzt. Deine Tränen abwischt oder Computer spielt. Dir zeigt, wie man(n) ein Loch in die Wand bohrt oder Papierflieger faltet…

Später bist du vielleicht selber einer von diesen Spezies. Bekommst das schreiende Etwas in die Hände gedrückt und hast Sorge, nichts kaputt zu machen. Fühlst dich hilflos, weil du nicht wie andere Familienmitglieder das Baby einfach „andocken“ kannst, um es zu stillen, fährst es aber gerne spazieren, damit seine Mutter mal zur Ruhe kommt. Lehrst ihm das Reden. Vor allem, dass „Papa“ zuerst gelernt wird, ehe „Mama“ dran ist. Was dir aber nicht gelingen wird…

Noch später wird dein Argumentationsvermögen trainiert. Am Beispiel der abendlichen Nach-Hause-Komm-Zeiten. Der Höhe des Taschengeldes. Zum Thema Ausleihen des Familienautos. Zum Begutachten der weiblichen Begleiter deines Sohnes, des neuen Freundes deiner Tochter. Und du merkst in all diesen Trainingsprozessen: Du wirst ja ruhiger mit der Zeit. Traust deinem Sprössling immer mehr Initiativen zu. Musst ja nicht selber alles regeln.

Und bist erstaunt: Gott hat deinen Kindern ja auch einen Verstand – und noch mehr – gegeben…

Und spätestens, wenn es dann wieder neue Schreihälse gibt, eine neue Generation gezeugt wird und heranwächst, merkst du, dass du eine neue Beförderungsstufe erreicht hast. Du  bist dann einer dieser „Grossen Väter“. Darfst ein wenig ins zweite Glied zurücktreten. Hast deinen Job eigentlich ganz gut erledigt. Zumindestens wenn du siehst, dass deine Kinder ganz gut freihändig durchs Leben gehen können. Kannst dich zurücknehmen und (endlich!) auch mal mehr an deine brachliegenden Hobbys und Sehnsüchte denken.

Aber stehst jederzeit in den Startlöchern, wenn Not am Mann ist, wenns in der Familie brennt, wenn ein Babysitter oder Autofahrer gebraucht wird. Oder einer, der nur dasitzt und zuhört. Ohne Ratschläge geben zu müssen. Ohne ständig die „Jungen“ volltexten zu müssen. Du bist einfach da. Verfügbar. Mit deinen Erfahrungen. Und deinem Tank voller Liebe.

P.S. Die beiden treffen sich regelmässig. Zwei Kinder haben jeweils zwei der anderen Familie geheiratet. Als ein Paar von denen gesundheitlich schwere Zeiten durchmachen mussten, verabredeten sie sich, öfters für ihre grossen Kinder zu beten. Nicht nur für die, die gerade in Not sind, sondern auch für alle anderen. Enkelkinder sind da, die bebetet werden. Und so wird ein unsichtbarer Schutzwall – immer wieder neu – errichtet. weil sie für die Generationen vor Gott einstehen. Väter halt…

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