Es ist fast ein Suchbild. Oder kann man es auf Anhieb erkennen?

Das Kreuz wurde vor einiger Zeit für die Tournee eines christlichen Sängers gebraucht – als Bühnendekoration. Seine Mitarbeiter flochten dann aus Zweigen dieses Kreuz, welches dann während der Konzerte im Hintergrund auf der Bühne hing. Und für sich selber sprach. Als die Tour zu Ende war, tauchte die Frage auf: Wohin mit dem Kreuz?

In unserem Garten – eben im Pflaumenbaum – fand es vorerst seinen letzten Platz. Dort hängt es mitten zwischen den Zweigen. Eher unauffällig. Man muss schon genau hinsehen. Noch verdeckter wird es sein, wenn alle wieder total grün ist und das unscheinbare Braun des Kreuzes verdeckt.

Das Kreuz im Müll

Vor einiger Zeit: Auf dem Rückweg von der Arbeit komme ich auch am Friedhof vorbei. Nach dem Besuch an einem bekannten Grab schlendere ich über  die weitläufige Anlage zum Ausgang zurück Da fällt mir der Abfallcontainer am Wegrand auf. Und obenauf dieses Holzkreuz. Es wird wohl nicht mehr gebraucht und wanderte in den Müll. Weg damit. 

Bei diesem Anblick kommen mir auch andere Kreuze in den Sinn. Solche, die abgehängt werden. Oder Kirchen, die verkauft werden. Oder Blasphemie, die unwidersprochen hingenommen wird. In unserem christlichen Abendland. Ist es denn das noch? Christlich?

Die Frage muss erlaubt sein im Land der Reformation. In dem Esoterik als Topthema für spirituell Suchende boomt. In dem sich der Zuspruch zum morgendlichen Horoskop mehrt, die Begeisterung für immer größere Angebote an übersinnlichen Filmen. Und in dem gleichzeitig Leute, die sich auf die Bibel als Gottes Botschaft an uns Menschen schnell mal als Fundamentalisten abqualifiziert werden.

Das Kreuz im Abfalleimer der modernen Industriegesellschaft – ein Synonym, dass wir endlich diese Phase des „Opiums für das Volk“ überwunden haben und eigenverantwortlich, aber auch eigenwillig unser Leben, Land, Gesellschaft und Industrie beherrschen? Wo auch das Anmahnen des Papstes (Die Zeiten sind übrigens schon längst vergessen, in denen es hieß: „Wir sind Papst“) nach dem fehlenden Gottesbezugs in der EU-Verfassung leichtfertig überhört wird. Wo wir modernen Menschen das Europa, in dem wir leben, verleugnen, wenn dieses Europa Gott und seine christlichen Wurzeln vergisst.

Das Baumkreuz

Zurück zu „unserem“ Kreuz im Pflaumenbaum. Mitten drin hängt es. Nicht auf den ersten Blick sichtbar. Aber present. So soll es sein. Jesus im Alltag. Mittendrin in unseren Problemen. Vielleicht oft nicht sofort erkennbar. Aber er ist da. Dabei. Mittendrin im Leben. In meinem Leben.

Das gibt Kraft. Freude über erlangte Vergebung. Hoffnung für jeden neuen Tag. Schliesslich ist er der Sieger. Davon zeugt dieses Kreuz. Denn es ist leer. Auch das Grab. Der auferstandene Herr Jesus Christus hat versprochen:

„Siehe, ich bin bei euch, alle Tage…!“

Es braucht vielleicht nicht unbedingt ein Kreuz im Baum, um daran erinnert zu werden. Denn sein Zuspruch gilt ohne „wenn und aber“, einfach so. Versprochen ist versprochen…

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