„Warum fällt es Menschen schwer, glücklich zu sein?“ – fragt der französische Schriftsteller Marcel Pagnol (1895-1974) und er liefert auch gleich eine Antwort mit: „Weil sie die Vergangenheit besser sehen als sie war – die Gegenwart schlechter als sie ist – und die Zukunft herrlicher als sie sein wird.“

gestern

Ich höre diesen Ausspruch bei einer Radio-Morgenandacht. Und denke, dass an dieser Aussage was dran ist. Rückwärts gewandte Menschen leben oft in ihren (rosaroten) Erinnerungen, die sich Jahr für Jahr mehr verklären. „Früher war alles besser!“, sagen sie und vergessen, die Auseinandersetzungen mit anderen Menschen. Vergessen, wie nahe sie dem Tod in Krankheiten waren. Vergessen, wie viele Existenzängste sie hatten.

morgen

Alles auf die Zukunft verschieben bringt es eigentlich auch nicht. Ich kenne manche Zeitgenossen, die sich viele Jahre darauf freuen, dann endlich Rentner zu sein. Zeit zu haben. Wünsche zu erfüllen. Aber keiner von uns weiss, ob er diese Zeit noch erleben wird. Es kann auch plötzlich zu Ende sein. Oder andere Umstände eintreten. Und dann wird es nichts mit dem jahrelang Geplanten.

heute

Und die andere Variante? Über die schlechte Wirtschaftslage jammern, die „Jugend heutzutage taugt nichts“, den Niedergang der Sitte und Moral beklagen… Das gibt nicht wirklich neue Motivationen für den Alltag.

Aber die Zeit heute, jetzt, ist die einzige Zeit, die ich wirklich gestalten kann. Aktiv. Das Frühere ist vorbei, die Zukunft noch im Nebel, aber den Tag heute kann ich beeinflussen. Ich kann Gutes in meinem Umfeld entdecken, wahrnehmen. Ich kann ein Stück Freude weitergeben. Ich kann Sonnenschein widerspiegeln, damit auch andere ihn wahrnehmen. Ich kann mit Gottes Hilfe dessen Stärke und Kraft austesten. Bei mir selbst, in meiner Familie, im Job. Dabei hilft mir auch ein alter Spruch:

Gestern ist vorbei, morgen noch nicht da. Heute hilft der Herr!“

Und dann habe ich noch den fast letzten Satz des Moderators im Ohr, der es so formuliert:

„Das Gestern ist Geschichte. Das Morgen ist Geheimnis. Das Heute ist Geschenk und die einzige Zeit, die mir wirklich gehört.“ (Michael Broch)

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