Wir reden übers Projekt, die nächsten Schritte, Abklärungen. Und kommen auf Filme, Bücher, Vorträge zu sprechen. Wie es halt so geht, in Gesprächen. Wir haben beide das Buch von Hape Kerkeling gelesen: Ich bin dann mal weg. Und auch, dass er in seinem Trip Gott begegnet ist. Später erzähle ich von einer meiner Glaubenserfahrungen. Wie ich ganz normal mit Jesus rede. Oft auch auf dem Weg zur Arbeit im Stau.

Plötzlich waren wir beim Thema „Die Hütte“. Beim: Wie-kann-ich-Gott-erleben? Wie zeigt er sich? Wie erlebbar ist so ein Kontakt mit Gott. Er kannte das Buch noch nicht. Gelegenheit, ihm was vorzuschwärmen, wie mich die angesprochenen Fragen dort wieder ein Stück Gott näher gebracht haben… Er will das Buch in seine Wunschliste bei amazon aufnehmen… Und ich freue mich über sein Interesse, seinen wachen Geist. Er erzählt dann – offen geworden – von seinem kürzlich verstorbenen Vater. Von seiner eigenen Kehlkopferkrankung als junger Mann. Von seinem Tinnitus. Eben, seinen Grenzen.

Zwei Tage später müssen wir wieder miteinander telefonieren. „Irgendwie“ landet das Gespräch noch mal bei Glaubenserfahrungen. Plötzlich formuliert er es: „Wissen Sie, dass ich Sie und Hape beneide?“ „???“ Ich stehe kurzzeitig auf dem Schlauch, verstehe nicht, was er meint. „Na ja, Sie haben beide Gott erlebt – und ich nicht.“

Was schwingt denn da mit? Er, der Erfolgreiche, der Promovierte, der mit Kontakten in aller Welt hat tief im Innern die ungestillte Sehnsucht, Gott zu begegnen? Ich kann es fast nicht glauben, aber dann bricht langsam die Freude durch…

Wir reden noch ein bischen. Darüber, dass Gott gerne suchenden Herzen begegnen möchte. Dass er das Experiment wagen solle, „Hier bin ich – rede zu mir“ zu sagen. Vielleicht auf seinem Motorradweg zur Arbeit? Gott kann sicher lauter reden als ein Motor. Oder als sein Tinnitus… Und wir reden über den genialen Tipp von Jesus: „Suchet – und ihr werden finden. Klopfet an – und es wird euch aufgetan werden…“ Einerseits eine Aktivität von uns Menschen, andererseits sein Versprechen dazu.

Ich bin mal gespannt, wie aufrichtig dieses Bedauern war, bisher Gott noch nicht begegnet zu sein. Und was der Chef im Himmel da noch draus macht…

P.S. Einige Wochen später. Er ist mittendrin im „Hütte-lesen“, mag die beschriebene „grosse Traurigkeit“ nicht, dafür aber die Darstellung der drei Personen Gottes. Er ist auf der Reise. Ich bin weiter gespannt…

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