Die Überschrift mag vielleicht implizieren, dass es hier darum geht, ob in der Bibel Polizeieinsätze erwähnt sind? Oder ob die Polizei mit der Bibel in der Hand… – gemach, gleich gibt es die Auflösung.

Ich höre auf der Nachhausefahrt im Autoradio ein Feature über einen Polizeieinsatz der anderen Art. Nicht Strafe ist angesagt, keine Grenzüberschreitungen angemahnt – sondern im Gegenteil: 

Die Polizeidirektion Offenburg hielt mit Unterstützung des Reviers Lahr auf dem Schulweg junge Fahrradfahrer an. Aber nicht um Strafzettel zu verteilen, sondern um im Rahmen der Aktion „Belohnung für verkehrssicheres Verhalten im Straßenverkehr“ die vorschriftsmäßige Ausstattung des Fahrrades sowie das korrekte Fahrverhalten der Schüler zu belohnen.

Zum Beispiel die 13-jährige Sonja: Gerade eben ist sie, als sie von der Schule nach Hause fahren wollte, kontrolliert worden und ihr Fahrrad wurde auf Herz und Nieren geprüft. Die Klingel ging, die Seitenreflektoren waren vorhanden, die Bremsen waren tadellos und auch einen Helm trug die Achtklässlerin. Nur das Licht funktionierte nicht, obwohl die Schülerin beteuerte, dass es gerade eben noch geleuchtet habe. So wurde sie wieder weggeschickt. Keine drei Minuten später kam sie mit einem großen Lächeln im Gesicht wieder zurück – mit funktionierendem Vorderlicht. Sie hatte also Recht behalten und war somit – eine der glücklichen Gewinner eines Gutscheines an diesem Tag, immerhin über 25 Euro.

So kann man als Polizei auch mal andere Signale setzen. Und dabei auch noch das eigene Image ein wenig aufpolieren…

Andere loben, ermutigen, was Nettes sagen… – wieso ist das für uns eigentlich oft so schwierig? Wenn ich an die Zeit zurückdenke, als unsere Kinder klein waren, wie oft habe ich mit ihnen mehr darüber geredet, was falsch gelaufen ist, was nicht in Ordnung war? Heute würde ich gern diesbezüglich das Rad der Geschichte zurückdrehen und viel mehr das Positive hervorheben. Okay, seitdem ich das vor einiger Zeit erkannt habe, gelingt es doch immer besser, die Kritiken herunterzuschlucken (man muss ja nicht immer alles erwähnen, was nicht perfekt läuft). Aber auch ohne Grund mal der Verkäuferin an der Kasse mitten im Feierabendstress was Nettes sagen, oder auch eine unvollendete Aufgabe loben – warum nicht? Wenn dann das Gegenüber, ob ein Kind oder schon älter, anfängt zu lächeln, dann ist das doch auch ein schöner Moment am Tag. Und diese Ermutigung geht mit dem Anderen vielleicht noch lange mit…

Paulus wusste davon auch, weil er genau diese Art in einem seiner Briefe anspricht:

„Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend (oder Fähigkeit) und wenn es irgendein Lob gibt, das erwägt!“  Philipper 4 Vers 8

Advertisements