FingerIn der Bibel gibt es viele Schilderungen, die manchmal nur in kurze Worte gefasst sind, aber bei einigem Hineindenken etwas vom facettenreichen Leben Einzelner durchschimmern lassen. Eine dieser Personen ist Rahab. Eine bekannte Prostituierte in Jericho. Ihr Etablissement lag praktisch: ein Haus in der Stadtmauer, schnellen Zugang gewährend. 

Dort landeten auch die Geheimagenten, die Josua zum Auskundschaften des Landes Kanaan, besonders aber der Stadt Jericho ausgeschickt hatte. Nein, nicht weil sie als Männer lange allein gewesen waren, sondern weil sie in dem Publikumsverkehr dieses Hauses gar nicht so sehr auffielen als Fremde. Aber ihre Übernachtung blieb dann doch nicht verborgen. Der Stadtkönig schickte seine Leute, um sie festzunehmen. Aber Rahab versteckte sie auf dem Dach in dort aufgestellten Flachshaufen und schickte die Diener des Königs in die falsche Richtung.

Warum half diese Frau den fremden Männern? Sie erklärte es ihnen. Die Nachricht vom Auszug der Israelis aus Ägypten und die grossen Wunder, die Gott dort getan hatte, war auch zu ihnen gedrungen. Sie – Rahab – wusste noch mehr Geschichten von Gottes Führung und Hilfe für dieses Nomadenvolk. Das beeindruckte sie. Und deshalb stellte sie sich auf die Seite dieser Kundschafter.

Damit diese nicht doch noch in Jericho festgenommen würden, liess sie sie an einem Seil an der Stadtmauer herab. Das war dann noch ganz praktisch, dass sie in der Stadtmauer wohnte (Damals waren die Mauern sehr dick, so dass man darin wohnen konnte.) Als Dank gaben ihre Gäste ihr einen guten Tipp: Wenn wir eure Stadt erobern werden, dann lass doch eine rote Schnur aus dem Fenster – dann wissen wir und unsere Leute, dass du an dieser Stelle wohnst. Und wir werden dich schützen, dich und deine Familie. Und dann verschwanden die beiden Männer wieder…

Rahab war eine „gläubige“ Frau – sie glaubte den Worten der Israelis (und der Macht ihres Gottes) – und wartete erst gar nicht auf später, sondern hing die Erkennungsschnur sofort aus dem Fenster:

Und sie (die Kundschafter) gingen hin; sie aber knüpfte die karmesinrote Schnur ins Fenster. (Josua 2,21)

Das hat mich bei Lesen beeindruckt: Gottes Worte und Zusagen ernst nehmen. Ihn beim Wort nehmen. Glauben, dass seine Aussagen eintreffen. Und als Beweis ihres Vertrauens dieses Zeichen – die rote Schnur – sofort platzieren.

Das wünsche ich mir auch für mein Leben mehr, dieses tiefe Vertrauen auf Gottes Verheissungen…

P.S. Die Story ging übrigens für Rahab und ihre ganze Sippe gut aus. Später landet sie sogar in der Ahnenaufzählung von Jesus (Matt. 1,5)

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