schöpfung2Das Volk Israel ist endlich im versprochenen, im gelobten Land angekommen, muss es aber noch in Besitz nehmen. Dass die bisherigen Bewohner sich das nicht gefallen lassen, ist klar. Sie bilden eine Allianz, um gegen die Israelis zusammenzustehen. Nur die Leute aus Gibeon ahnten, dass sie im offenen Kampf unterliegen würden. Die Berichte aus Ägypten, aber auch die jüngsten Ereignisse mit Jericho lehrten sie, dass eine direkte Schlacht keine Chancen hätte.

Sie verfielen auf eine List, verstellten sich und taten so, als ob sie von weit her gekommen wären (siehe Josua 9). Und erreichen doch tatsächlich, dass die Führungscrew des siegreichen Volkes Israel auf diesen Schmu hereinfällt. Die Gibeoniter schliessen einen Nichtangriffspakt ab und erreichen so ihr Ziel.

In dem Zusammenhang fällt dieser Satz auf, der mitten in der Erzählung steht:

Da nahmen die Männer [Israels] von ihrer Speise, aber den Mund des Herrn befragten sie nicht. (Josua 9,14)

Die restliche Geschichte kann man in der Bibel nachlesen. Mir ist dieser Halbsatz nachgegangen: Gott wird nicht befragt.

Und ich ziehe Parallelen zu meinem, zu unserem Leben als Christen. Einige „Kämpfe“ sind bisher gutgegangen, Gott hatte zu uns gestanden, hindurchgeholfen. Aber dann können Situationen kommen, da denken wir vielleicht: Das „Problem“ sieht so harmlos aus – das können wir selbst lösen. Eine neue Wohnung – dafür brauche ich doch den Allmächtigen nicht zu behelligen. Das regele ich mit einem Makler alleine. Oder den Schritt in die Selbstständigkeit – da  lasse ich eine Machbarkeitsstudie durchführen und je nach Ergebnis der Wirtschaftlichkeit, fange ich damit an. Meinen Beitrag am Gemeindeleben entscheide ich – ob oder was ich dazutue – selbst.

Ich wünsche mir für mich selbst viel mehr diese Einstellung: Einfach mal beim Chef nachfragen – der hat einen weit besseren Überblick über das Kommende als ich selber!

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