beatchristen-1Das war schon eine Begegnung der besonderen Art: Beat Christen (CH) war zu einem Treffen mit Teilnehmern der Firmengebetsgruppen in Basel eingeladen. Wer ihn bis dahin noch nicht kannte, wurde schnell mit seiner Geschichte und seiner Mission bekannt. Von Statur war er nicht gerade ein Riese – von seinem göttlichen Auftrag schon…

Aber der Reihe nach. Immer mal wieder hörten wir in unserer Gebetsgruppe in der Firma von diesem Mann, der eben genau solche Gebetsgruppen in vielen Firmen, Schulen und Universitäten in der Schweiz ins Leben gerufen hatte. Und nun wollte er wieder einmal vorbeikommen. Um Kontakt zu halten, Erfahrungen weiterzugeben. Motivieren, am Beten dran zu bleiben…

Menschen in Hoheit

beatchristen-2Nach der Begrüssung (Teilnehmer aus fünf verschiedenen Gebetsgruppen der Firmen Roche und Clariant waren der Einladung gefolgt) sass er in der grossen Runde und erzählte von seinem Werdegang und dem Auftrag, der ihm auf dem Herzen brennt.

„Vor 30 Jahren wurde ich beim Bibellesen von Gott berufen. Damals las ich diesen Vers aus 1. Timotheus 2,1-2:

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.

Und ich wusste, dass Beten für „Menschen in Hoheit“ für mein zukünftiges Leben dran sein würde.

Netzwerker

Inzwischen ist viel geschehen. Ich fühle mich als Netzwerker, als einer, der Menschen vernetzt – untereinander und mit Gott. Ob das in meiner Tätigkeit als Vorstandsmitglied bei der Agentur C ist, ob als Herausgeber eines Buches über die Geschichte, Identität und Vision der Schweiz („LaSuisse existe“), um die Spuren Gottes in der Schweizer Geschichte aufzuzeigen, die Durchführung einer Trekkingwoche von Chur nach Santa Maria oder ob das durchs  Gründen einer Bibelschule war…

Mir liegt die Schweiz am Herzen. Ich denke an diesen Gebetsmarsch von Schaffhausen nach Genf, an die Gebete für unser Land auf dem Rütli oder die Diskussionen mit der Militärführung zum Gründen einer „Gebetskompanie“ – immer mehr werden mir gerade Führungsleute wichtig.

Im Bundeshaus

So bin ich ins Bundeshaus gekommen, bekam einen Ausweis für den Zutritt und wurde – ein akkreditierter Beter für unsere Regierung. Und dort kam auch die Zusage Gottes: „Worauf du deinen Fuss setzt, das gebe ich dir!“ (in Anlehnung an die Zusage Gottes an Josua). Fünf Jahre später stiess Jean-Claude Chabloz  mit demselben Anliegen ins Regierungsgebäude dazu und jetzt sind wir schon drei: Maria Wyss gehört ebenfalls zu dem Gebetsteam, die für persönliche Probleme der Politiker, aber auch für Weisheit und gute Entscheidungen in der Politik beten.

Ja, wir haben als Mitglieder bei parlamentarischen Gruppen auch die Erlaubnis, mit anderen Leuten das Bundeshaus zu besuchen. Wer hätte sich das früher einmal vorstellen können?!“

Christsein ist Provokation

beatchristen-3Beat Christen visiert in seinen Begegnungen Schlüsselpositionen in Forschung, Politik, Erziehung, Bildung und Medien an, weil es die prägenden Bereiche der Gesellschaft seien. Dort werden Entscheidungen getroffen. Und dort können Christen auch Einfluss nehmen. Christsein ist für Beat Christen Provokation. Letzteres Wort kommt von dem Lateinischen provocare – für etwas die Stimme erheben.

Ihm lägen auch besonders die Akademiker am Herzen, man müsse sie allerdings nur finden. Und er findet sie – und viele andere dazu. Er setzt sich immer wieder ein, wenn neue Firmengebetsgruppen gegründet werden. Über 200 seien es inzwischen landauf, landab. „Gott hat mir solche tollen Zugänge geschaffen – das kann man selbst nicht machen“, meinte er.

Job oder Berufung?

Dann appellierte er an die anwesenden Christen, ihre Arbeit nicht nur als Job zu betrachten, sondern den Beruf als Berufung zu sehen. Wo schon käme man mit anderen Menschen so direkt und intensiv in Kontakt, wie in den vielen Stunden des gemeinsamen Schaffens? Und das wiederum ergäbe immer wieder neu Gelegenheiten, über die Grundfragen des Lebens aus christlicher Sicht zu sprechen, Probleme anzuhören und auf Gott hinzuweisen. Im Übrigen suche er immer, wenn jemand zu Gott findet, wo in seinem Umfeld auch ein Christ gearbeitet hätte. Denn – so meinte er, Christsein hätte immer Auswirkungen auf das jeweilige Umfeld…

Auffällig war, dass Beat Christen mehrmals von grossen Firmen (wie UBS, Novartis)  erwähnte, dass diese seinem Vater gehörten. Und er fügte verschmitzt lächelnd hinzu: „meinem Vater im Himmel“. Bei der Roche z.B. sei Herr Humer  (Verwaltungsratspräsident) nur ein Verwalter und für die horizontalen Märkte zuständig – wir Christen aber für den vertikalen Bereich. Wenn Christen in Firmen beten, dann hat das Einfluss auf die Firmenkultur. Gebetsgruppen, so Christen weiter, sind ein Segen für die Firma, denn sie stehen in Verbindung mit dem eigentlichen Besitzer. Und können so nach kreativen Ansätzen für Gesprächsinhalte mit Führungskräften suchen und so zu Veränderungen im Denken beitragen.

Wir sind Lobbyisten

beatchristen-4Der Besuch näherte sich seinem Ende, einige Fragen und Probleme wurden noch ausgetauscht. Es war ein ermutigender Besuch dieses kleinen grossen Mannes.

Ein Satz blieb mir dann noch haften, den Beat Christen sagte: „Wir als Christen sind Lobbyisten des lieben Gottes!“

Und das war nicht nur ein Spruch – das lebt dieser Mann, dessen Herz für Gott, sein Heimatland Schweiz und für Führungskräfte in allen Gesellschaftsbereichen schlägt…

Fotos: A. Meissner

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