matthäus7,7Irgendwie würde es in diesem Jahr anders gehen. Das fing schon damit an, dass wir zwar unsere Urlaubszeit planen mussten – schon wegen unserer Arbeitsstellen – aber in diesem Jahr keinen Platz vorgängig buchten oder reservierten. Irgendwie hatten wir einfach die Freiheit nicht dafür.

Dann wurde es immer enger, die Urlaubszeit kam näher. Was blieb uns anders übrig, als Gott zu bitten, uns zu zeigen, was wir tun sollten. Und erwarteten ein mittleres Wunder. Und hatten dabei das Gefühl, dass in diesem Jahr das anders laufen würde. Vielleicht wollte er uns an einem ganz bestimmten Ort mit bestimmten Menschen zusammenbringen? Oder jemand von uns würde krank werden – und ER weiss das ja eh vorher? Oder…?

Glaubenstest

Nur etwas setzte sich bei Brita im Kopf immer wieder fest: Last Minute. Also blieben wir relativ ruhig. Bis vor einer Woche. Da bestürmte ich den Herrn doch massiver, getreu dem Gedanken: Er könnte – und sollte es bitte auch – uns deutlich und verständlich endlich unser Ziel angeben. Oder redet er nicht mehr mit uns? Manche Freunde verstanden unseren Glaubenstest nicht und meinten: Gott hätte uns die Freiheit gegeben, unseren Urlaub auch selbst zu gestalten. Andere gingen mit uns auf die Testreise und wollten immer mal wieder wissen, was in diesem „Projekt“ passierte…

Ungefähr vor drei Wochen träumte ich dann auch noch von vier Siebenen – keine Ahnung, was diese bedeuteten bzw. wieso ich die nach dem Schlaf noch wusste. Vergesse ich eh meist alle Träume…

Walters Idee

Vor zwei Tagen besuchte ich abends einen guten Freund. Wir beten öfters zusammen. Ihm erzählte ich von meinem Missmut, dass der Herr kein Urlaubsziel gezeigt hätte und wieso er denn schweigen würde, obwohl ich doch zu allem bereit wäre. Da erzählte Walter von seinen eigenen Problemen, seinem Auto, welches durch einen Wildunfall Totalschaden hatte. Von der Kündigung seiner Wohnung durch den Vermieter. Und noch mehr. Und dann meinte er:

„Ich denke an den Vers in Matthäus 7,7, wo uns der Herr auffordert, zu bitten, zu suchen und anzuklopfen. Und das jeweils Andere macht er selber: Das Geben, das Finden und das Auftun. Und genau so mache ich es jetzt mit meinem Auto- und Wohnungsproblem: Ich bete (Teil 1 des Verses), ich suche (Teil 2) und studiere Annoncen und Internetangebote und dann klopfe ich an (Teil 3), indem ich bei Leuten anrufe oder Mails schreibe.“

Puh – so hatte ich das auch noch nicht gesehen. Das gab mir jetzt doch die Freiheit, nicht auf die Email aus dem Himmel zu warten, sondern auch mal anzuklopfen:-)

Anklopfen

Gedacht, vorgestern getan. Das Interent machts möglich: Ein nettes Almhotel in Südtirol mit Halbpension (30 Jahre haben wir uns immer selbst versorgt) hatte ein günstiges Angebot für eine spezielle Wanderwoche, leider nicht sofort. Okay, dann eben eine Woche später. Und für den Urlaubsanfang? Fanden wir gestern noch eine Pension in einem anderen Teil von Südtirol. Und heute kam die Zusage, dass wir da morgen eintrudeln können. (Viele Häuser sind momentan voll belegt…). Und wieso Südtirol? Interessanterweise haben wir in den letzten Wochen ganz viele Berichte von Kollegen, Verwandten und Freunden über diese norditalienische Landschaft gehört – und alle waren begeistert. Und so fügt sich ein Puzzleteil zum anderen.

Eben suche ich noch mal den Vers von den Bitten und suchen. Und finde ihn in Matthäus, Kapitel 7 Vers 7:

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

Wenn es blitzt

Und da löst sich auch die Frage nach den geträumten Siebenen. Das finde ich spannend. Warum hatte ich von vier Siebenen geträumt? In der Bibel werden manche Dinge, auch Namen wiederholt, um auf die Wichtigkeit hinzuweisen. Für manche mag der Zusammenhang gewagt sein – für mich war es vorhin, als ich die Stelle in Matthäus 7,7 fand, wie ein heller Blitz. Na klar – das sollte die Lektion sein!Und noch ein letztes: Last Minute war nicht in erster Linie unser gewohntes kurzfristige Reiseangebot, sondern buchstäblich das Warten und Vertrauen bis zur letzten Minute.

Noch ein paar Stunden Schlafen, dann fahren wir los. Und sind gespannt, welche Begegnungen und Erlebnisse Gott für uns vorbereitet hat. Das kann ja heiter werden, wenn ER es in diesem Jahr so spannend macht!

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