kreuz-steinLetztens. Der Countdown der Vorbereitung zum monatlichen Spezialgottesdienst läuft.

Saal umgeräumt und gestuhlt. Deko aufgehängt, Bühne umgebaut. Musiker haben geprobt, die Lichttechnik ist in Ordnung. Alles super. Und noch in der Zeit, das ist nicht immer so.

Okay, als letzter Punkt vorm Start des Gottesdienstes steht noch Beten an. Als ganzes Team, weil uns bewusst ist: Organisation ist nicht alles. Wir stehen im Kreis, fast jeder betet. In deutsch oder englisch, wie es ihm wohler ist.

Dann ist Stefan* an der Reihe: „Herr danke, dass alles so gut geklappt hat mit den Vorbereitungen, dem Aufbau, der Technik, dass entgegen der Erwartung viele Leute geholfen haben und wir eigentlich auch alleine klargekommen sind. Aber es ist ja immer gut, wenn du auch dabei bist…“

An dieser Stelle konnte ich mir ein Schmunzeln nicht ganz verkneifen. Tja, es ist ja ganz nett, dass Jesus da ist, aber im Prinzip schaffen wir das schon alleine… – so wirkte es auf mich. Andererseits hat der junge Mann direkt mal ausgesprochen, was wir verdeckt so manchmal im Innersten denken.

  • Beten schadet sicher nicht, aber eigentlich haben wir unser Leben ja schon selber im Griff.
  • Wir sind in so vielen Bereichen abgesichert (von Auto-, über Lebens- bis hin zur Reiserücktrittsversicherung), da brauchts Gott kaum noch (vielleicht wegen dem Wetter…)
  • Mit genügendem (religiösen) Eifer sollte wir doch fast alleine ans gesteckte Ziel kommen
  • Auch eine Gemeinde und die Veranstaltungen laufen doch ganz gut, ohne in jedem Detail Jesus zu fragen, schliesslich sind wir mündige Bürger, äh, Christen…

Mich hat das Gebet berührt – und ich habe mich wiedergefunden. Aber ich möchte so nicht bleiben, sondern abhängiger werden, „denn ohne mich könnt ihr nichts tun“, sagt Jesus Christus.

Da hat er wohl Recht. Wie immer…

*Name geändert

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