cgb-waste-neuEigentlich war alles geregelt im Staate Israel. Wobei – einen Staat hatten sie noch nicht, ein Staat waren sie noch nicht. Sie waren, nach ihrer Befreiung aus Ägypten, gerade dabei, zu einem Volk zusammenzuwachsen. Dabei waren die Gesetze, die Gott ihnen gab, ein gutes Hilfsmittel. Übrigens zählten viel mehr Hinweise und Ratschläge dazu, als nur die allgemein bekannten „10 Gebote“.

Ein Problem

Als die Israeliten im 4. Buch Mose auch die Anweisungen zum Feiern des Passahfestes erhielten, ergab sich ein Problem: Was wäre mit solchen Leuten, die zum Zeitpunkt des Festes kultisch unrein (z.B. durch Berühren einer Leiche) waren? Konnten, durften die kein Passahfest feiern?

Die betroffenen Männer im konkreten Problemfall gingen mit ihrer offenen Frage zu Mose und Aaron. Und der entschied nicht selbstherrlich oder aufgrund seines Erfahrungsschatzes sondern antwortete: 

4. Mose 9,8ff: 
„Und Mose sprach zu ihnen: Wartet, und ich will hören, was der Herr euretwegen gebietet
Und der Herr redete zu Mose und sprach: Rede zu den Kindern Israels und sprich: …“

Und tatsächlich, Gott „besserte“ seine Anweisungen nach. Wenn jemand aus unverschuldeten Gründen (Reise, Totenberührung) am Passah nicht teilnehmen konnte, sollte er einen Monat später eine neue Gelegenheit dazu bekommen. Damit war auch dieses offene Problem für alle Israeliten in Zukunft gelöst.

Es ist so einfach – Fragen an der richtigen Stelle half auch hier weiter!

Wann gehts los?

Ein weiteres offenes Problem war die Reiseplanung durch die Wüstenlandschaft. Wann und vor allem wohin sollte das Millionenvolk ziehen? Ganz schnell konnte es da zu sehr kontroversen Zielen und Zeitpunkten in der Diskussion untereinander kommen. Aber auch da half der Allmächtige durch gut durchdachte Hinweise zur Trekkingtour:

4. Mose 9,17-18:
„So oft sich die Wolke von dem Zelt erhob, brachen die Kinder Israels auf; an dem Ort aber, an dem sich die Wolke niederließ, da lagerten sich die Kinder Israels. Nach dem Befehl des Herrn brachen die Kinder Israels auf, und nach dem Befehl des Herrn lagerten sie sich; solange die Wolke auf der Wohnung ruhte, solange lagerten sie.“

Wann die jeweiligen Tagesreisen losgingen, entschied der „Chef“ im Himmel. Dann erhob sich die auf der Stiftshütte lagernde Wolkensäule. Es war das Zeichen zur Reisevorbereitung und zum Zusammenpacken. Dasselbe galt auch umgekehrt, wenn die Wolke sich lagerte. Dort sollte sich auch das Volk nach bewährter Ordnung lagern und niederlassen.

Das Interessante an dieser ganzen Technologie: Die Israelis akzeptierten diese Vorgehensweise und fuhren gut damit. Schliesslich hat dieses Prinzip 40 Jahre funktioniert und brachte sie dann sicher ins gelobte Land. Der Schlüssel hiess: Gehorsam!

4.Mose 9,23:
„Nach dem Befehl des Herrn lagerten sie sich, und nach dem Befehl des Herrn brachen sie auf; sie achteten auf die Anweisung des Herrn, gemäß dem Befehl des Herrn, durch Mose.“

Ampelbetrieb

Mein Bruder hatte früher immer diesen Spruch auf Lager: „Überholen? – Im Zweifelsfalle nie!“ Das sollte bedeuten, seine Lebensaktivitäten mit Gott so abzusprechen, dass dann Gewissheit fürs eigene Handeln vorhanden war.

Und so sehe ich auch beim Lesen von 4. Mose 9 eine hilfreiche Leitlinie für mein praktisches Leben: Entweder „das Buch“ durchforschen nach hilfreichen Angaben oder die direkte Hotline benutzen, um Sicherheit fürs eigene Handeln zu bekommen. Bei den alten Israelis hat es funktioniert, bei den Aposteln auch. Selbst Jesus holte sich jeweils aktuelle Handlungshinweise von seinem himmlischen Vater – und verbrachte deshalb viel Zeit im Gebet.

Schade, dass wir es oft anders machen. Wir entscheiden nach:

  • Wahrscheinlichkeitsüberlegungen („Ach, das wäre doch mal eine neue Idee…“)
  • Variantenvergleich (Was wäre am optimalsten?)
  • Kostenüberschlägen (Möglichst wenig soll es kosten…)
  • Tradition („So war es schon immer!“)
  • Zeitengpässe („Zum Beten fehlt mir einfach die nötige Ruhe und Zeit!“)
  • Neigung („Was passt wohl am besten zu meinen Wünschen?“)
  • Sicherheitsdenken (wir sind oft risikoscheu)
  • Umfeld-Ängsten („Was würden die anderen dazu sagen?“)
  • Begrenztheit („Das kann ich mir gar nicht vorstellen, dass Gott so etwas von mir will!“)

Ich möchte – wieder neu – lernen, mit offenen Fragen zu meinem himmlischen Vater zu gehen. Er hat den Gesamtüberblick: über mein Leben, meine Zukunft, meinen Arbeitsplatz, meine Fähigkeiten und Ressourcen. Und er weiss, was gut und richtig ist…

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