cgb-waste-neuIch kann es eigentlich nicht oft genug wiederholen: Bibelleser wissen mehr…

Und: Bibellesen ermutigt, informiert, prägt, verändert Denkweisen, bringt Farbe ins Leben, ist spannend, oft unbequem, horizonterweiternd und lässt immer wieder neue Nuancen der Eigenschaften Gottes aufblitzen (Liste beliebig verlängerbar…)

Wieso ich mal wieder darauf komme? Ich lese gerade im 4.Buch Mose. Okay, manche der Themen scheinen etwas trocken zu sein (endlose Aufzählung der sogenannten Geschlechtsregister – obwohl jeder Jude stolz darauf war, darin verzeichnet zu sein!), aber das meiste von damals hat sogar etwas mit meinem heutigen Alltag zu tun. Beispiel?

Gott regelt klar z.B. die Lagerordnung der verschiedenen Stämme des Volkes Israel. Jeder Stamm hatte seinen Platz, Unordnung dagegen keinen. Und auch die Arbeitsinhalte der Leviten waren genau definiert. Im 4. Buch Mose kann man das im 3. und 4. Kapitel nachlesen. Es gab drei grosse Sippen bei den Leviten: Gerschon, Kehat und Merari. Und jede dieser Sippen hatte klare Arbeitsaufgaben und -inhalte im Gesamtkontex der grossen Nation Israel während der Zeit ihrer Wüstenwanderung.

Die Kehatiter sollten z.B. „in Obhut nehmen die Lade, den Tisch, den Leuchter, die Altäre und alle Geräte des Heiligtums, an denen sie dienen, und den Vorhang und was sonst zu ihrem Amt gehört.“ Es war sehr detailliert von Gott angeordnet, was wer zu tun hatte. Und ein Kapitel später wird dann beschrieben, in welcher Reihenfolge sie diese Gegenstände abbauen und verstauen mussten, wenn das ganze Volk mal wieder weiterzog.

Und noch etwas fällt mir auf: Die Dienstzeit der Leviten ist begrenzt. Sie wurden zum aktiven Dienst ab dem 20. Lebensjahr eingesetzt. Und wenn sie 50 Jahre alt waren, war für sie diese Phase zu Ende. Dann gab es neue Aufgaben.

Vielleicht fragst du dich: Wieso schreibt er das hier so auf, das kann man ja selber in der Bibel nachlesen. Okay, dann verrate ich, was mich so angesprochen hat:

  • Wenn jemand vielseitig begabt ist und sich für die Arbeit im Reich Gottes interessiert, kann es schnell sein, dass er sich verzettelt. Oder zuviele Jobs übernimmt und ziemlich schnell ausbrennt. Oder die Dinge dann oberflächlich tut, weil ihm die Zeit für Sorgfalt und Exaktheit fehlt. – Das Beispiel der Leviten zeigt mir, dass Gott schon den guten Überblick hat, wie er den Einzelnen einsetzen möchte. Das Spannende dabei ist, wie ich herausbekomme, welcher Platz für mich vorgesehen ist und welche Dienstinhalte der beinhaltet.
  • Das zweite ist, dass bestimmte Einsätze in Gottes Reich zeitlich begrenzt sind. Die Leviten brauchten zuerst eine solide Ausbildung und auch eine gewisse Stabilität ihrer Persönlichkeit, ehe sie von Gott benutzt wurden. Aber es wurde auch eine Obergrenze festgelegt. Gott akzeptiert und anerkennt, dass die Kräfte seiner Mitarbeiter für bestimmte aktive Aufgaben begrenzt sind. Das schützt mich vor Überforderungen oder Ausgebranntsein. Gleichzeitig wird Platz für Jüngere. Und ich selber kann ja bei deren Ausbildung, Coaching oder Begleitung immer noch einen Anteil leisten. Oder Gott hat dann was ganz Anderes für mich vor…

Mich ermutigen solche Kapitel in der Bibel, meinen „Arbeitgeber“ mehr zu vertrauen, aber auch seine Einsatzpläne mit mir zu erfragen. ..

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