jeans-hofschlaeger-pixelioGern mache ich es nicht. Ins Kaufhaus gehen, um eine neue Hose zu erstehen. Bin halt ein Mann…

Ein Prototyp

Aber letztens musste es sein. Wir landeten in der Herrenabteilung. Suchten eine Weile, durchwühlten einige Hosenstapel. Dezent im Hintergrund stand ein Herr. Ein Verkäufer. Wir waren die einzigen Kunden. Und er bemerkte uns. Aber er stand weiter dort. Auf seinem Platz. Er hatte wohl einen klaren Standpunkt.

Wir mussten uns dann schon zu ihm hinbemühen und uns nach einer neuen Jeans für mich – die genaue Grösse konnten wir ihm sagen – erkundigen. Vage deutete er zu den Stapeln am Fensterregal: Da müssten wir vielleicht was Passendes finden. Aber da kamen wir ja bereits her und hatten eben nichts gefunden…

Aber dann gabs noch einen Tipp von ihm: Wir sollten es mal weiter drüben versuchen, da gäbe es auch noch Hosen für Herren. Wir gingen weiter – und er stand weiter dort, wo er wohl immer steht.

Bemüht

Tatsächlich, dort gab es eine weitere Auswahl an Männerhosen. Und einen jüngeren Verkäufer. Vorsichtshalber fragte ich ihn, ob er uns etwas verkaufen und bei der Auswahl helfen würde. Er wollte gern! Und dann ging er zielstrebig auf ein Regal zu und legte mir einige Hosen zurecht, die passen könnten. Selbst in der Umkleidekabine beriet er weiter, nahm mir nichtpassende Hosen wieder ab und fand noch andere in meiner Grösse. Wie erwähnt, ich bin eher der Einkaufsmuffel – aber das machte einfach Freude. Kompetent, freundlich, sehr bemüht und engagiert versuchte „mein Verkäufer des Jahres“ mir zu meiner Hose zu verhelfen. Was ihm auch gelang. Aus Dankbarkeit kaufte ich dann noch ein Kleidungsstück. Er begleitete uns sogar zur Kasse und sorgte für eine gute Verpackung der Ware.

Irgendwie kam ich mir wie ein König vor. Das Gefühl hatte ich in den letzten zehn Jahren beim Einkaufen kaum mehr erlebt…

Und wir?

Kürzlich fiel mir dieses Einkaufserlebnis wieder ein und ich musste so daran denken, wie wir als Christen oft die gute Botschaft von der Rettung „verkaufen“. Oft stehen wir vielleicht auch nur da und warten, dass die „Kunden“ kommen.

Dabei hat Jesus und auch Paulus ganz andere Empfehlungen ausgesprochen: „Geht hin und lehrt die Menschen…“ oder: „Geht hin an die Hecken und Zäune und redet mit den Leuten, ladet sie ein…“

Ich möchte für mich aus dieser Einkaufsgeschichte wieder neu lernen, eine besserer „Verkäufer“ für Gott zu werden. Denn wir haben die beste „Ware“, die man sich nur denken kann!

Foto: hofschlaeger / pixelio

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