luther-gabisch-pixelio-kleinDas war dann doch (jedenfalls für mich) eine Überraschung, als wir in einer Diskussion über den Römerbrief hörten, dass Martin Luther wohl seiner geliebten Heiligen Schrift auch manches Wort zugefügt hat, wie z.B. in Römer 3 Vers 28.

Für ihn war ja das Lesen und Studieren des Römerbriefes die Grundlage seiner neuen Beziehung zu Gott als er erkannte, dass es nicht die Werke sind, die einem vor Gott rechtfertigen, sondern der Glaube. Und dieser allein.

Das ist ihm so wichtig geworden, dass er in einem der fundamentalen Verse des Römerbriefes dieses allein hinzufügte. Es geht um Römer 3,28:

So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.

In der Elberfelder Übersetzung heisst derselbe Vers:

Denn wir urteilen, dass der Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke.

Und auch in der Vulgata fehlt dieser Zusatz allein:

arbitramur enim iustificari hominem per fidem sine operibus legis

Trotz diesem – gutgemeinten – Zusatz bleibt natürlich der Grundsatz bestehen, dass Menschen durch den Glauben gerechtfertigt werden – nur durch den Glauben.Das hat Luther richtig erkannt und auch vertreten.

Es sind ja dieses vier „Sola“ der Reformation, die auch für uns heute noch die Grundlagen unseres Glaubens darstellen:

  • Sola fide – allein durch den Glauben wird der Mensch gerechtfertigt, nicht durch gute Werke
  • Sola gratia – allein durch die Gnade Gottes wird der Mensch errettet, nicht durch eigenes Tun
  • Solus Christus – allein Christus, nicht die Kirche, hat Autorität über Gläubige
  • Sola scriptura – allein die (Heilige) Schrift ist die Grundlage des christlichen Glaubens, nicht die Tradition der Kirche

Was ich bei der Diskussion gestern so toll fand: Obwohl ich Vieles aus der und über die Bibel kenne – es gibt doch immer wieder Neues zu lernen. Das finde ich spannend!

Foto: gabisch/pixelio.de

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