bezahlt-kfm-pixelioSeit kurzem könnte sich meine finanzielle Situation ein Stück verbessern, wenn ich eine meiner zu bezahlenden Rechnungen einfach an eine Radiostation schicken würde.

Mit diesem Angebot wirbt ein regionaler Sender, den ich manchmal höre, wenn ich morgens am LKW-Stau auf der Autobahn vorbeifahre.

Jeder, der unbezahlte Verpflichtungen hat – das kann die letzte Gaslieferung sein, die Handyrechnung oder die tolle Jacke aus dem Kaufhaus, die eigentlich zu teuer war – kann diese an die Rundfunkstation einschicken. Jeden Morgen wird kurz nach sieben Uhr eine dieser Rechnungen ausgelost. Und jetzt kommt es: Wenn der oder die Genannte innerhalb von sieben Minuten bei den Moderatoren anruft, wird seine offene Rechnung bezahlt.

Ist doch eine tolle Sache für den Glückspilz. (Und gleichzeitig werbewirksam für den Sender…)

Mir ist aufgefallen, dass es immer wieder Hörer gibt, die – obwohl ihr Name gezogen wurde – dann doch nicht anrufen. Und somit ihre Rechnung auch nicht bezahlt wird…

Und das Ganze wird für mich ein Vergleich zum geistlichen Leben. Auch da häufen wir Schuld auf, müssen dafür bezahlen. Und auch da gibt es Jemand, der bereit ist, meine Schuld(en) zu übernehmen – einfach so.

Gott hat den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen so schwer belastete, eingelöst und auf ewig vernichtet, indem er ihn ans Kreuz nagelte. (Kolosser 2,14)

Aber: Das Ganze ist auch kein Automatismus. Ich habe auch einen Anteil, dass die Sache aus der Welt geschafft wird. Die Bibel sagt es so:

Und es soll geschehen: wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden. (Apostelgeschichte 2,21)

Das bedeutet: Ich muss anrufen! Sonst passiert gar nix! Die Schulden bleiben bestehen.

Und das scheint mir das Dilemma des modernen Menschen zu sein: Das Angebot der göttlichen Hilfe steht – man braucht es nur anzunehmen. Aber irgendwie kriegen das viele Leute nicht auf die Reihe…
Eigentlich schade, ja tragisch.

Foto: kfm/pixelio

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