Mallorca-Geschichten (6 – Teil 2)

Wie gesagt, dieser Diebstahl hat sich vor drei Jahren zugetragen. In diesem Jahr konnten wir nun erneut Mallorca als Reiseziel anvisieren. Und irgendwie liess mich der Gedanke an die Nelkenfrauen nicht los. Wenn ich ihnen doch noch mal begegnen würde!

Aber was wollte ich dann tun? Sie aus Rache verprügeln? Sie anzeigen? Ehe wir irgendeinen Polizisten erreichten, wären die sicher über alle Berge…

Dann dachte ich mir eine „Rache“ aus: Ich würde, wenn ich sie denn vor die Nase (und Optik) bekäme, Fotos von ihnen machen. Damit ihnen der Schreck mal richtig in ihre diebische Glieder fahren würde. Ja, ich gebe es zu, es waren keine – den Herrn ehrenden – wirklich guten Gedanken. So sehr brachte mich auch drei Jahre danach ihre Geschicklichkeit beim Stehlen in Rage.

Aber dann läuft es meist immer anders im Leben, als man es vorausplant. Als sie plötzlich auf einem Wochenmarkt vor mir stand, war sie nicht so schwarz gekleidet, wie die „Damen“ damals. Und vor allem – in Inca hätte ich mit ihnen gar nicht gerechnet. Sie bot mir eine Nelke zum „Verkauf“ an. Ich schüttelte instinktiv den Kopf und sie lief weiter.

Und da blitzte es in meinem Kopf auf: Das war ja eine von denen! Ehe ich den Fotoapparat startklar hatte war sie schon ein Stück weit weg. So habe ich sie nur noch von hinten fotografieren können…

Am letzten Tag besuchten wir noch mal Palma, sassen wieder auf dem Placa Major und gönnten uns den obligatorischen Eisbecher. Brita konnte die Urlauber am Nebentisch hören und meinte dann zu mir: „Denen ist es genauso ergangen, wie dir damals.“ Da hielt es mich natürlich nicht mehr auf meinem Sitz und ich sprach die Gruppe an: „Ja, wieso fragen Sie? Hat man sie auch bestohlen?

Diesmal nicht, meinte ich – und erzählte von dem Reinfall vor drei Jahren. Und dann schilderten sie mir, wie raffiniert sie vor kurzer Zeit bestohlen worden waren. Und sie waren genauso wütend, wie ich damals…

Also sind diese Diebstahlgeschichten kein Einzelfall – die Nelkenfrauen versuchen es immer wieder, unvorsichtige Menschen auszutricksen. Und es gelingt ihnen auch immer wieder…

Ich wiederhole mich zwar, aber irgendwie war icht natürlich auch begeistert von der Fingerfertigkeit und dem unwahrscheinlichem Geschick dieser „Damen“. Und es erinnerte mich daran, dass in unserem geistlichen Leben ebenfalls eine geschickte Person da ist, die uns austricksen will. Raffiniert, schnell, täuschend, verblüffend erfolgreich – Satan.

In unserer aufgeklärten Zeit glauben vielleicht viele Menschen irgendwie noch an eine höhere Macht, an Gott. Aber die Existenz des Gegenspielers Gottes, die wird sehr oft total ausgeblendet, negiert. Dabei redet die Bibel klar von der Tatsache, dass der Teufel der Vater der Lüge ist.

Joh 8,44: „… Der Teufel ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“

Wir müssen einfach damit rechnen, dass er immer wieder versucht, die guten Pläne Gottes zu durchkreuzen und Menschen Schaden zuzufügen. Aber man braucht auch nicht in Agonie zu erstarren, denn Satan ist weder allmächtig noch allwissend oder allgegenwärtig. Gott ist das alles sehr wohl. Und will uns in Versuchungen oder Angriffen beistehen.

2.Kor.2,11: „Denn wir kennen die Absichten Satans nur zu genau und wissen, wie er uns zu Fall bringen möchte. Aber das soll ihm nicht gelingen.“

Nichts kann uns übrigens von Gottes Liebe trennen – diese Zusagen gelten in allen Lebenslagen, auf mallorca oder auch in Deutschland:

Römer 8,38-39: Ich bin überzeugt: Nichts kann uns von seiner Liebe trennen. Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder unsere Ängste in der Gegenwart noch unsere Sorgen um die Zukunft, ja nicht einmal die Mächte der Hölle können uns von der Liebe Gottes trennen. Und wären wir hoch über dem Himmel oder befänden uns in den tiefsten Tiefen des Ozeans, nichts und niemand in der ganzen Schöpfung kann uns von der Liebe Gottes trennen, die in Christus Jesus, unserem Herrn, erschienen ist.

Siehe auch Lass Blumen sprechen – oder: Diebstahl auf spanisch

Advertisements