Mallorca-Geschichten (1)

Es ist Donnerstag. Da findet in Inca der wöchentliche Markt statt. Die ganze Innenstadt ist in einen grossen Trödlerladen verwandelt. Stand reiht sich an Stand.

Besonders beliebt – Lederwaren. In heimischer Manifaktur hergestellt. Aber auch andere günstige Kleidungsstücke, Babysachen, Holzschnitzereien. Kunstgegenstände.

Und immer wieder Schmuck. Gürtel. Uhren. Brita blieb öfters bei den Handtaschen stehen. Es waren aber auch sehr schöne Exemplare dabei. Ich selber musste einfach eine Vogelpfeife (mit Wasser gefüllt und durchdringender(!) Ton) kaufen. Fürs Enkelkind in einigen Monaten. Ob auch zur Freude seiner Eltern? Das wird sich herausstellen…

Und dann liebe ich diese Strassenmusikanten. Den Clown, der Luftballons in Tiere verwandelt. Chinesische Massagen und zöpfchenflechtende Afrikanerinnen.

Und dann sah ich sie. In einem Strassenrestaurant.

Opa und Enkelkind. Der Kleine sass auf dem Schoss des Grossvaters, wurde von ihm sorgsam festgehalten. Beide schauten in eine Richtung. Und strahlten eine fühlbare Ruhe aus. Das Kind zappelte nicht. Der alte Mann redete auch nicht auf den Kleinen ein oder belehrte ihn in einem fort.

Nein – sie sassen einfach nur da.

Ich ging dann noch mal mit der Kamera vorbei, um ein Bild von dieser Idylle mitten im belebten und lärmenten Marktgeschehen zu machen.

Und ein Bibelwort kam mir in den Sinn:

Ich bin zur Ruhe gekommen. Mein Herz ist zufrieden und still. Wie ein Kind in den Armen seiner Mutter (oder vom Opa), so ruhig und geborgen bin ich bei dir! (Psalm 131,2)

Das wünsche ich mir auch mehr für mein, für unser Leben: Diese Geborgenheit in Gottes Armen trotz oder gerade im Trubel des oft stürmischen Lebens…

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