Sie war in Zürich im Gottesdienst gewesen. Es war spät geworden und sie wollte nach Hause fahren. Ein Uhr nachts.

Auf dem Bahnhof stellte sie fest, dass der letzte Zug bereits weg war. Da blieb ihr nur noch der Weg zum Taxistand am Bahnhofsvorplatz…

Die folgende Fahrt verlief überwiegend schweigsam. Später frug sie der Fahrer, wo sie denn herkomme. „Aus der Kirche“, war ihre kurze Antwort. Vor ihrem Wohnhaus angekommen wollte der Chauffeur noch wissen, worum es denn im Gottesdienst gegangen wäre. Sie berichtete ihm kurz die wichtigsten Inhalte.

Da fing der Mann plötzlich an zu weinen und bat: „Beten Sie bitte für mich! Ich bin früher regelmässig zur Kirche gegangen, aber das ist schon länger her. Und jetzt gibt es so viele Probleme…“

Da betete sie mit und für ihn. Natürlich.

Einige Wochen später traf dieser Taxifahrer die junge Frau wieder. „Können Sie sich noch an mich erinnern?“, fragte er sie. „Aber ja“, meinte sie, „Sie sind doch der Taxifahrer aus der nächtlichen Fahrt neulich.“

„Ja, genau. Und wissen Sie, was passiert ist, nachdem Sie mit mir gebetet haben? Ich gehe jetzt wieder regelmässig zu den Gottesdiensten und habe mich auch mit meiner Familie wieder ausgesöhnt! Ich bin so dankbar und froh, dass ich Sie damals getroffen habe.“

Für die junge Frau kam diese Ermutigung gerade zur rechten Zeit, denn immer wieder stand sie unter dem Druck, dass sie noch niemanden zu Jesus geführt hätte. Und da kommen schnell Selbstzweifel und Minderwertigkeitskomplexe auf, dass es mit dem eigenen Glaubensleben nicht so recht stimme… Diese geschenkte und von oben organisierte Begegnung mit dem Taxifahrer zeigten ihr aber erneut, dass Gott seine Leute auch oft benutzt, um Anstösse für andere zu geben.

Eben Licht und Salz zu sein.


Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Advertisements