„Normale“ Friedhöfe kennt jeder. Man kann sie betreten. Verstorbene Angehörige am Grab aufsuchen. Den Erinnerungen nachhängen.

Aber wie geht es weiter, wenn nach 15 oder 20 Jahren Gräber aufgehoben und die Plätze neu vergeben werden?

Wo geht man dann hin, um seine Erinnerungen an die frühere Generation aufzufrischen?

Zwei findige Männer haben nun – dank weltweitem Netz – eine Möglichkeit gefunden, Erinnerungen für einen entsprechenden Interessentenkreis viel länger zu konservieren. Diplom-Ingenieur Martin Kunz (48) und Anton Stuckenberger (47) haben ein Internetportal „eMORIAL“ gestartet, welches sich mit bisher fast 100.000 digitalen Gräbern zum grössten Friedhof im Internet entwickelt hat.

Den Name eMORIAL setzten die Gründer aus den lateinischen Wörtern für Unendlichkeit (Eternitas) und Erinnerungsbuch (Memorialis) zusammen.

 

Nur sehr wenige Grosseltern, Eltern oder Vorfahren konnten ihre Lebensgeschichte, ihre Ausbildung, das von ihnen Erreichte oder ihre Gedanken im Internet speichern oder weiterverbreiten. Um dieses Defizit zu beseitigen, schufen die Initiatoren diesen Erinnerungsplatz im Internet, wo jeder Interessierte durch persönliche Memorials seinen Angehörigen so ein virtuelles Denkmal setzen kann. Sogar Bilder, Texte und Audio/Video-Dateien kann man – bei entsprechendem Obulus – als Erinnerungshilfe speichern lassen.

 

Eine – wie ich finde – interessante Möglichkeit, Erinnerungen an liebe Verwandte länger  wach zu halten.

 

Menschen gedenken, so heisst der Slogan des Erinnerungs-Portals.

Mit dem Zusatz: Für die Ewigkeit. Nun ja, letzteres halte ich für gut gemeint, aber übertrieben. Ich glaube nicht, dass es in der Ewigkeit noch diese Form des Internets geben wird…

Aber etwas wird es geben. Gott hat es selbst gesagt:

 

„Wenn alle dich vergessen werden – ich werde dich nie vergessen!“ (Jesaja 49,15)

 

Na – das ist doch ein tröstlicher Gedanke. Gott braucht keine Grabsteine oder Internetportale.

Und er wird mich nicht vergessen.

Und dich auch nicht!

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