Kurz bevor Barack Obama Deutschland besuchte, war er in Israel zu Gast. Und hat dort in Jerusalem auch die Klagemauer besucht. Eine gute Möglichkeit, die wir selbst vor Jahren dort nutzten ist, Gebetszettel in die Ritzen der Mauer zu stecken. Manche Juden glauben nämlich, solche Gebete würden eher erhört, weil sie so nahe wie möglich am ehemaligen Tempel platziert wären…

Der Präsidentschaftskandidat aus den USA nutzte diese Möglichkeit ebenfalls. Allerdings löste er damit einen ziemlichen Wirbel aus, hatte er doch nicht mit der Neugier eines Jeschiwaschülers gerechnet, der den Obama-Zettel wieder aus der Mauer herausholte und dann – natürlich – von Reportern teilweise veröffentlicht wurde.

Aber das stiess auf enormen Protest, denn schliesslich gingen doch wohl Gebete – und noch dazu solche an der Klagemauer – nur Gott etwas an! Allerdings weiss die Öffentlichkeit nun, dass Barack Obama um Weisheit und persönliche Demut gebeten hatte.

Dem Studenten tat es dann doch leid – er entschuldigte sich und der Zettel ist wieder in die Klagemauer zurückgebracht worden.

Allerdings bleibt die Frage, wie privat Gebete eigentlich sind? Oder sein sollten? Aus der Bibel werden ganz verschiedene persönliche Gebete berichtet, darunter Klagepsalmen von König David und anderen. Und auch Jesu Gebet kurz vor seiner Gefangennahme ist überliefert.

Solche „privaten“ Gebete haben später oft schon andere Menschen in ihrem Glaubensleben und Lebensumständen gestärkt.

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